Siemens wird Telefonendgerät-Business los

4. August 2008, 12:20
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Deutscher Finanzinvestor Arques (Actebis, COS) übernimmt Siemens Home and Office Communication Devices (SHC). Siemens legt noch 70 Millionen Euro drauf.

Deutscher Finanzinvestor Arques (Actebis, COS) übernimmt Siemens Home and Office Communication Devices (SHC). Siemens legt noch 70 Millionen Euro drauf.
Die deutsche Beteiligungsgesellschaft Arques kauft für einen nicht genannten Betrag das Geschäft mit schnurlosen Telefonen, Breitband-Ausrüstung und Home-Entertainment von Siemens. SHC beschäftigt heute 2'100 Mitarbeitende in 17 Ländern, die 2007 einen Umsatz von 792 Mio. Euro erwirtschafteten.
Aber was heisst schon "kauft"? SHC, wie die Einheit genannt wird, wurde von Siemens vor dem Verkauf mit 50 Millionen Euro an liquiden Mitteln und einer Kreditlinie von weiteren 20 Millionen Euro aufgepolstert, wie 'Financial Times Deutschland' zu berichten weiss. Mit dem Geld soll Arques davon abgehalten werden, das Geschäft mit den drahtlosen Telefongeräten der Marke 'Gigaset' ebenso schnörkellos in den Konkurs zu schicken, wie dies BenQ mit der Handy-Abteilung von Siemens tat. So heisst es denn in der Pressemitteilung zum "Verkauf" von SHC, bei der Wahl des Käufers seien "standort- und beschäftigungssichernde Massnahmen besonders wichtig" gewesen. Zudem bleibt Siemens mit einer Minderheit am traditionellen Endgerät-Geschäft beteiligt.
Arques ist auf den Kauf, die Restrukturierung und den Wiederverkauf von unprofitablen Firmen(teilen) spezialisiert. Das funktioniert nicht immer - wie das Beispiel der Drucksparte Arquana zeigt, die diesen Frühling in Konkurs ging und dabei auch in der Schweiz Flurschäden hinterliess. Arques ist zudem seit dem Kauf von COS Deutschland und vor allem von Actebis massiv in der Distribution tätig. (hc)

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