Siemens/BenQ: Arbeitnehmer bemängeln Informationspolitik

7. Juni 2005, 10:16
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Wie Siemens heute die gestern von der "Financial Times Deutschland" und anderen Medien publizierten Berichte bestätigte, will der taiwanische IT-Hardware-Hersteller BenQ versuchen, die serbelnde Siemens-Handysparte wieder flott zu nmachen.

Wie Siemens heute die gestern von der "Financial Times Deutschland" und anderen Medien publizierten Berichte bestätigte, will der taiwanische IT-Hardware-Hersteller BenQ versuchen, die serbelnde Siemens-Handysparte wieder flott zu nmachen.
Entgegen dem, was gestern berichtet wurde, werden die beiden Unternehmen allerdings kein Joint Venture gründen. BenQ darf zwar für fünf Jahre die Marken- und Namensrechte von Siemens in diesem Bereich nutzen, will aber den Handybereich mit seinen weltweit rund 6000 Mitarbeitenden vollständig übernehmen. BenQ verprach dabei insbesondere, den Standort in Kamp-Lintfort in Deutschland beizubehalten.
Siemens erhält im Gegenzug BenQ-Aktien im Wert von rund 50 Millionen Euro was etwa 2,5 Prozent des Aktienkapitals des taiwanischen Konzerns ausmacht. Die Abschreibungen im Zusammenhang mit der Übergabe der Handysparte werden das Siemens-Ergebnis aber mit rund 350 Millionen Euro belasten.
Die Übernahme muss noch von einer BenQ-Aktionärsversammlung genehmigt werden und soll im vierten Quartal dieses Jahres offiziell abgeschlossen werden. Etwas Sand ins Getriebe werfen könnten dabei aber die Mitarbeitenden. Gesamtbetriebsratschef Ralf Heckmann erklärte gegenüber der Zeitung "Die Welt", dass Arbeitnehmervertreter rechtliche Schritte gegen Siemens wegen Verdachts auf Verstoß gegen Insider-Regeln einleiten wollten.
Die Arbeitnehmervertreter sind vor allem empört über die Kommunikationspolitik des Konzerns. Man sei zum Beispiel nicht über die unmittelbar bevorstehende Entscheidung zur Zukunft der Handysparte informiert worden, habe dann aber gleichzeitig Details aus den Medien erfahren.
Zur Übernahme durch BenQ äusserte sich Heckmann aber vorsichtig positiv: "Vielleicht kommt der richtige Partner. Vielleicht haben das Handy-Geschäft und der Standort Kamp-Lintfort so eine Zukunft." Entscheidend sei allerdings, ob Tarifverträge eingehalten und die Arbeitsplätze gesichert würden. (hjm)

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