Siemens/Nokia Joint Venture: Korruptionskrise durchschifft

15. März 2007, 13:02
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Nokia Siemens Networks, das Joint Venture von Siemens und Nokia wird am 1.

Nokia Siemens Networks, das Joint Venture von Siemens und Nokia wird am 1. April endgültig den operativen Betrieb aufnehmen, wie die beiden Unternehmen gestern bekannt gaben. Damit geht das Gemeinschaftsunternehmen, das sich als drittes Schwegewicht neben Ericcsson und Alcatel-Lucent im Geschäft mit Netzwerkinfrastruktur für Carrier etablieren soll, vier Monate später an den Start als ursprünglich geplant.
Hauptgrund für die Verzögerung war der Korruptionsskandal bei Siemens. Nokia verlangte als Reaktion auf den Skandal eine eingehende Überprüfung der internen Kontrollen bei Siemens, bevor sich die Finnen endgültig auf das gemeinschaftliche Abenteuer mit Siemens einlassen wollten.
Siemens soll nun ausserdem Vermögenswerte von insgesamt 2,4 Milliarden Euro in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen, rund 800 Millionen mehr, als ursprünglich vereinbart. Der Siemens-Teil wird anfänglich für etwa zwei Drittel des Umsatzes des Joint Ventures verantwortlich sein. Nokias Investition beträgt dagegen 1,7 Milliarden Euro, 100 Millionen mehr, als zuerst abgemacht. Auch diese nun deutlich ungleiche Verteilung der Investitionen dürfte eine Folge der Korruptionsaffäre und des damit verbundenen höheren Risikos für Nokia sein. Trotz der ungleichen Investitionen werden nämlich beide Unternehmen wie geplant zu je 50 Prozent am Joint Venture beteiligt sein und Nokia mit vier von sieben Sitzen im Verwaltungsrat die Führungsrolle einnehmen. (hjm)

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