Signifikanter Anstieg an IT-Jobinseraten

5. Juli 2021, 11:50
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Nimmt man die Entwicklung der Jobangebote als Trendmesser, scheint sich die Wirtschaft deutlich zu erholen.

Bei der Auswertung seines Inserateaufkommens seit Anfang 2021 hat Jobcloud in der Deutschschweiz ein Wachstum von rund 30% aller Inserate auf jobs.ch festgestellt und eine Zunahme von 14% in den letzten 3 Monaten seit April. Ähnlich signifikant sei der Anstieg auf jobup.ch in der französischsprachigen Schweiz gewesen. Seit Jahresanfang legte hier die Anzahl veröffentlichter Jobinserate um 21% zu und zwischen April und Juni um 15%.
Für die per Inserat gesuchten IT- und Telekomunikations-Leute zeichnet Jobcloud für die letzten 6 Monate in der Westschweiz allerdings eine sehr wechselhafte Entwicklung. War das Inserateaufkommen für IT- und Telekomstellen von Anfang Januar 2021 bis Anfang Februar um rund 18 % gewachsen, ging es bis Anfang April auf noch knapp 2% Wachstum zurück, um dann Mitte Mai wieder auf 20,7% anzusteigen. Aktuell liegt es laut den Jobcloud-Zahlen rund 26% über dem Jahresbeginn. In der Deutschschweiz sah die Entwiclung weniger wechselhaft aus. Laut Jobcloud stieg hier das Inserateaufkommen bis Mitte Februar auf rund 18%, stabilisierte sich in diesem Bereich bis Ende Mai, um dann auf aktuell gut 26 % wie in der französischsprachigen Schweiz zu steigen.
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Grafik: Jobcloud
Insgesamt, resümierte man bei dem Stellenportalbetreiber, sind in diesem Jahr die "ständige und konstante Zunahme der ausgeschriebenen Stellen und somit der Jobangebote auf unseren Portalen ein wichtiger Indikator dafür, dass sich die Wirtschaft weiterhin erholt und in vielen Bereichen bereits ein Niveau wie vor der Krise erreicht hat". Das wachsende Angebot an veröffentlichten Stellen bedeute, dass es einerseits wieder einfacher sei, einen Job zu finden, es andererseits für Arbeitgeber aber anspruchsvoller werde, geeignete Mitarbeitende zu gewinnen. Der Kampf um die Talente werde wieder intensiver, meint man bei Jobcloud.

Adecco sieht Boom bei IT-Stellen

Interessant ist, dass der Arbeitsvermittler Adecco und die Uni Zürich in ihrem jüngsten Quartals-Index zum Schweizer Stellenmarkt ebenfalls festhalten, dass die aktuellen Job-Situation "nahezu wieder Vor-Corona-Krisen-Niveau" erreicht habe und der Index derzeit wieder "mit den Werten der zweiten Jahreshälfte 2019" vergleichbar sei.
Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal habe der Index insgesamt um 28% zugelegt. Und da die Unternehmen in der Schweiz wieder vermehrt Stellen ausschreiben, sei anzunehmen, dass sich die Wirtschaft nun schnell erholen wird, folgert man bei Adecco denn auch ganz ähnlich wie bei Jobcloud.
Jobcloud bescheinigt den IT- und Telekom-Inserate gerade in der Westschweiz das geringste Wachstum. Es handle sich um ein Berufsfeld, das einen geringeren Nachholbedarf habe, wird festgehalten.
Ganz anders sieht man die Situation bei Adecco. Laut dem Arbeitsvermittler sind schweizweit "besonders stark" IT-Berufe gefragt. In kurzer Zeit sei viel in Automatisierung und Digitalisierung investiert worden, um Transformationsprozesse zu beschleunigen, heisst es zu der im Vergleich zum Vorjahresquartal um 53% gewachsenen Nachfrage in diesem Sektor. Laut Adecco ist die "Relevanz der Digitalisierung noch klarer geworden und deswegen werden Informatiker/-innen sowie Fachleute von Management und Organisation zur Planung und Umsetzung dieser Prozesse stark nachgefragt".
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Grafik: Adecco

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