SIK wird 40 (glamourös)

26. Juni 2015, 08:57
  • e-government
  • sik
  • bern
  • beschaffung
image

Das Beschaffungs- und Standardisierungsgremium von Kantonen, Gemeinden und Bund wurde 40 Jahre alt.

Das Beschaffungs- und Standardisierungsgremium von Kantonen, Gemeinden und Bund wurde 40 Jahre alt - und feierte sich gestern selbst.
Am 20. März 1975 wurde in Bern die Schweizerische Informatikkonferenz (SIK) gegründet. Gestern feierte die SIK ihr Jubiläum an einer Konferenz samt anschliessendem Galadinner im Berner Bellevue Palace. Man sparte an der Veranstaltung wohltuend an Selbstbeweihräucherung, sondern gönnte sich mit Referenten wie GDI-Vordenker David Bosshart, dem Grünen-Poliker Balthasar Glättli sowie Professor Martin Vetterli von der EPFL einen kritischen Blick von aussen.
Die SIK dürfte trotz ihrem für Informatik-Verhältnisse methusalemischem Alter von 40 Jahren in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Denn die diversen Beschaffungsskandäle der letzten Jahre beim Bund, Kantonen und Gemeinden haben gezeigt, dass sich Behörden enorm schwer damit tun, Software-Projekte gesetzeskonform und gleichzeitig zielführend auszuschreiben. Die SIK baut in den kommenden Jahren ein "virtuelles Kompetenzzentrum" für ICT-Beschaffungen auf - der Bedarf dafür liegt auf der Hand.
Ein weiteres Projekt, mit dem sich die SIK beschäftigt, nennt sich "eOperations". Unter diesem Namen soll ein Organisationsgefäss für die Umsetzung von gemeinsamen ICT- und E-Gov-Vorhaben entstehen. Die öffentlichen Verwaltungen könnten als Auftraggeber Synergien erzielen, günstiger beschaffen und die Leistungserbringung professionalisieren. Ob die SIK allerdings die Verantwortung für die Umsetzung erhält, wird erst noch entschieden werden, heisst es in einer Pressemitteilung.
Kein Bundesrat
Dass die SIK in der Politik allerdings nicht den Stellenwert hat, den sie haben sollte, wurde gestern allerdings auch sichtbar. Anstatt der ursprünglich angekündigten Bundesrätin hätten die rund 150 Teilnehmer - neben vielen IT-Verantwortlichen aus Kantonen und Städten auch einige bekannte Branchenvertreter - vom Berner Gemeinderat Reto Nause begrüsst werden sollen. Doch auch dieser fiel aus und liess sich vom Lokalpolitiker und "Erfinder" der parlamentarischen Gruppe digitale Nachhaltigkeit Matthias Stürmer vertreten. Dieser sagte, was er immer sagt: Behörden sollten Open-Source-Software einsetzen. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Public Cloud: Der Bund hat Verträge mit Hyperscalern unterzeichnet

Da noch ein Gerichtsverfahren hängig ist, können die Ämter noch keine Cloud Services im Rahmen der 110 Millionen Franken schweren WTO-Beschaffung beziehen.

publiziert am 27.9.2022
image

Wie ein Chatbot der Berner Kantonsverwaltung hilft

Um die Mitarbeitenden zu entlasten, setzt das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (Kaio) auf einen Chatbot. Der Leiter des Service Desks erläutert im Gastbeitrag das Vorgehen.

publiziert am 27.9.2022
image

Beschaffung des Bundes-CMS wird kritisiert

Der Einkauf des neuen Content Management Systems des Bundes sei intransparent gewesen, heisst es von einer Gruppe Parlamentarier.

publiziert am 27.9.2022
image

Basler Datenschützer sieht Cloud-Gutachten kritisch

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung bedeute der Entscheid aus Zürich nicht, dass der Gang in die Cloud unproblematisch sei, findet der kantonale Beauftragte in Basel-Stadt.

publiziert am 26.9.2022