Sind Glasfasernetze eine Fehlinvestition?

16. Oktober 2008, 12:43
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Mobile Internet-Zugänge sollen bis in fünf Jahren fast die Hälfte der DSL-Internet-Anschlüsse ersetzen, behauptet ein britischer Marktforscher.

Mobile Internet-Zugänge sollen bis in fünf Jahren fast die Hälfte der DSL-Internet-Anschlüsse ersetzen, behauptet ein britischer Marktforscher.
Noch während die Politik darüber diskutiert, ob die Glasfaserleitungen in die Haushalte (FTTH - Fibre to the Home) einer neutralen Netzgesellschaft gehörden sollen, zeichnet sich ein schweizweiter Wettlauf ab. Am Start stehen Swisscom, die mit einigen Milliarden Franken gleich vier Glasfaserstränge in die Haushalte
Doch braucht es das alles gar nicht? Dies zumindest suggeriert ein Bericht des britischen Markforschungsinstituts Analysis Mason. Die Briten behaupten nämlich, dass bis 2013 fast die Hälfte (47 %) aller Breitband-Internet-Verbindungen mit mobilen Geräten und über Mobilfunktechnologie (wie etwa Swisscoms "Mobile Unlimited") hergestellt würden.
Festnetz-Telekommunikationsfirmen seien von der Popularität der günstigen, mobilen Internetverbindungen überrascht worden. Zudem, so Analysis Mason, würde die verfügbare Bandbreite der mobilen Internet-Anschlüsse (theoretisch 7,2 MB/s mit HSDPA) für die Bedürfnisse der Hälfte aller Internet-Breitbandkunden ausreichen.
Dies würde dazu führen, dass bei einem Viertel aller Breitband-Internet-Anschlüsse ganz auf Verbindungen über Festnetzleitungen (DSL) verzichtet werde. Noch würden Festnetzanbieter die Gefahr, die ihnen durch mobile Breitband-Verbindungen droht, unterschätzen, so Analysis Mason.
LTE: Bandbreite ohne Ende
Dazu kommt, dass mit der heute verfügbaren (theoretischen) Bandbreite von 7,2 Mbps noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Mit LTE (Long Term Evolution), der nächsten Generation der Mobilfunktechnologie, sollen (theoretische) Bandbreiten von 173 mpbs im Download und 58 mpbs im Upload erreicht werden.
LTE ist nicht etwa weit entfernt: T-Mobile hat die Technologie zusammen mit Infrastrukturlieferant Nortel bereits unter Alltagsbedingungen, sprich in einem fahrenden Auto getestet. Und gemäss Nortel-Konkurrent Nokia Siemens unterstützen seine neuen Basisstationen für Mobilfunknetze den neuen Standard bereits.
Man hofft, dass bis Ende Jahr die Standards für LTE definiert und genehmigt sind und bis Ende 2010 die ersten Mobilfunknetze mit der superschnellen Technologie ausgerüstet werden.
Mit diesen Bandbreiten wird man dann über Mobilfunk auch Dienste wie Internet-Fernsehen, beziehen können, die hohe Bandbreiten benötigen. Damit erhalten Swisscom und die EWs Konkurrenz für die Anschlüsse der Haushalte an superschnelle Glasfasernetze, noch bevor man mit dem Bau überhaupt so richtig begonnen hat. (Christoph Hugenschmidt)

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