Sinken die Preise für Grafikkarten jetzt?

25. April 2018, 15:23
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Wie der taiwanische IT-Newsdienst 'Digitimes' berichtet, könnte der Absatz von taiwanischen Graphikkartenherstellern wie Gigabyte, MSI und TUL, dass ihr Absatz im April im Vergleich zum März um über 40 Prozent abstürzen könnte.

Wie der taiwanische IT-Newsdienst 'Digitimes' berichtet, könnte der Absatz von taiwanischen Graphikkartenherstellern wie Gigabyte, MSI und TUL, dass ihr Absatz im April im Vergleich zum März um über 40 Prozent abstürzen könnte. Dies werde dazu führen, dass die Preise nun schnell sinken, auch in der Distribution und im Retail. Zumindest sagen dies laut 'Digitimes' gewisse Quellen aus der Industrie. Diese glauben demnach auch, dass die Bruttomargen der Hersteller deshalb von aktuell mehr als 50 Prozent auf 20 bis 25 Prozent fallen werden.
Der Grund sei, dass die Nachfrage nach Grafikkarten durch Kryptominer ab Anfang April drastisch nachgelassen habe. Betreiber von grossen Mining-Farmen und auch Distributoren hätten Bestellungen reduziert oder suspendiert. Der Hauptgrund sei der seit dem Jahreswechsel stark gefallene Kurs einiger Kryptowährungen, insbesondere Ethereum.
Für das Schürfen unterschiedlicher Kryptowährungen bietet jeweils unterschiedliche Hardware das beste Verhältnis zwischen Anschaffungs- und Betriebskosten und dem zu erwartenden Einkommen. Für Bitcoin werden heutzutage beispielsweise typischerweise Computer mit spezifisch für das Mining hergestellten Chips, sogenannten ASICS, benützt. Für das Mining von Ethereum boten dagegen zuletzt handelsübliche Grafikkarten, die eigentlich für Multimedia- und Gamer-PCs bestimmt sind, das beste Preis-Leistungsverhältnis. Ethereum-Miner hatten deshalb ab etwa Anfang 2017 damit begonnen, riesige Mengen von Grafikkarten aufzukaufen. Die Nachfragexplosion führte dazu, dass die Preise von Grafikkarten stark stiegen und in den letzten zwölf Monaten teilweise zwei- bis dreimal so hoch waren, wie sie es unter normalen Umständen gewesen wären.
Ein Blick auf den Ethereum-Kurs zeigt allerdings, dass der 'Digitimes'-Bericht zeitlich nicht ganz zur aktuelle Ethereum-Kursentwicklung passt. Der Wert von Ethereum sank zwar von Anfang Jahr bis Ende März um rund drei Viertel. Genau seit Anfang April steigt er aber auch wieder.
Vielleicht reagieren die Miner mit einer gewissen Verzögerung auf die Kursentwicklung von Ethereum. Andererseits könnten viele grosse Miner auch auf den Launch neuartiger Ethereum-Mining-Computer durch den spezialisierten chinesischen Hersteller Bitmain warten. Diese könnten in Sachen Preis-Leistungsverhältnis Graphikkarten-basierte Maschinen beim Ethereum-Mining übertreffen. (hjm)

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