Sinkende IT-Kosteneffizienz bei den Banken

3. Juni 2019, 15:24
  • fintech
image

Anhaltend hohe IT-Investitionen bei den Banken, aber eine sinkende Kosteneffizienz. Das ist das Ergebnis einer Itopia-Umfrage.

Anhaltend hohe IT-Investitionen bei den Banken, aber eine sinkende Kosteneffizienz. Das ist das Ergebnis einer Itopia-Umfrage.
Das Beratungshaus Itopia hat seine jährliche Untersuchung der IT-Kosten von Schweizer Banken veröffentlicht. Erstmals nach vielen Jahren steigt der Itopia IT-Kostenindex über alle Banken gesehen von 1.07 auf 1.14 (steigende Werte weisen auf abnehmende IT-Kosteneffizenz hin).
Der Itopia-Index setzt sich zusammen aus dem Verhältnis der IT-Kosten zu dem von der Bank verwalteten Vermögen. Zudem fliesst die Komplexität der Bank in die Berechnung des Wertes ein. Für den Index 2018 wurden 36 Banken befragt: 23 Retailbanken, davon 18 Kantonalbanken, sowie 13 Privatbanken.
Im Jahr 2018 ist erneut in die IT investiert worden. Die IT-Ausgaben pro Bankmitarbeiter siegen auf 57'700 (Retailbanken) beziehungsweise 60'691 Franken (Privatbanken), ein Anstieg um 9,4 bzw. 2,7 Prozent. Dies nach einem noch kräftigeren Wachstum im Jahr 2017 mit 12,1 Prozent für Retailbanken sowie 14,7 Prozent für Privatbanken.
Transparenz bei den Kosten hat wenig zugenommen
Weiter hat Itopia untersucht, wie sich der Kostenblock IT-Betrieb in den letzten fünf Jahren entwickelt hat. Das Kostenmanagement in der IT hat sich gegenüber 2013 verbessert, ist aber noch auf niedrigem Niveau. Immer noch beruhen 62 Prozent der Angaben zu den IT-Kostenblöcken auf teilweise groben Schätzungen.
Entgegen den Erwartungen von Itopia hat die Transparenz bezüglich IT-Kosten bei den Banken seit 2013 wenig zugenommen, was in der Konsequenz auch auf ungenügende Fortschritte in der Maturität der IT-Governance schliessen lässt. Die aktive Überwachung und Steuerung der IT (Kosten) bei den Banken ist in den letzten 5 Jahren etwas besser geworden, lässt aber immer noch Wünsche offen. Immerhin geht es dabei um gewichtige 19 Prozent der Gesamtkosten und um den gezielten Einsatz des IT-Budgets für Innovationen und Geschäftsnutzen.
Die Rückmeldungen von den Teilnehmerbanken lassen den Schluss zu, dass entweder das Rechnungswesen/Controlling die für eine aktive Überwachung der IT-Kosten erforderlichen Zahlen nicht in gewünschtem Masse liefern kann oder diese vom IT-Management gar nicht nachgefragt werden. (paz)

Loading

Mehr zum Thema

image

Twint wird präsenter in Deutschland und Österreich

Sogar über den DACH-Raum hinaus soll die Bezahlmethode besser nutzbar werden, erhofft sich die Vereinigung EMPSA.

publiziert am 10.6.2022
image

Klarna streicht jede zehnte Stelle

Das schwedische Startup ist Europas wertvollstes Fintech. Nun aber sollen rund 700 Angestellte ihren Job verlieren. Update: Auch Schweiz soll betroffen sein.

aktualisiert am 1.6.2022
image

UBS baut ihr digitales Angebot aus

Mit der rein digitalen Sortimentslinie Key4 will die Grossbank vor allem Neukunden gewinnen. Man fahre aber keine Neobanken-Strategie.

publiziert am 19.5.2022
image

Payment-Startup Klarpay sichert sich 3 Millionen Franken

Nach einer Finanzierungs­runde will das Finma-lizenzierte Fintech das Wachstum vorantreiben.

publiziert am 17.5.2022