SIX führt neue KI-Software ein

30. November 2021, 10:51
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Das zweite Modul der KI-gestützten Eigenentwicklung "Prometheus" soll Marktmanipulationen entdecken.

Bei der Schweizer Börse SIX soll der Handel künftig mit einer neuen Software überwacht werden, um schneller Insiderhandel oder Marktmanipulation auf die Spur zu kommen. Das Regulierungsorgan der SIX hat jetzt die Entwicklung abgeschlossen.
Die selbst entwickelte Applikation "Prometheus" soll die derzeit eingesetzte Software zur Handelsüberwachung ablösen. Mit dem Start des zweiten Moduls "Market Manipulation" werde dieses Projekt nun abgeschlossen, erklärt SIX Exchange Regulation (SER) in einer Mitteilung.
Das erste Modul von Prometheus, das Hinweise auf Insiderhandel entdecken soll, wurde im September 2020 in Betrieb genommen
Das neue Modul soll die Verantwortlichen alarmieren, wenn die Software Hinweise auf Marktmanipulationen findet. Dafür kann sie auch Daten über die beteiligten Personen miteinbeziehen. Die Inbetriebnahme im Oktober sei reibungslos verlaufen, und es habe weniger falsche Alerts gegeben, so SER.

Weniger, aber bessere Alerts

Auf der Webseite von SER erklärt Christian Müller, Head Surveillance & Enforcement, dass die meisten Handelsüberwachungs-Teams herkömmliche Marktüberwachungsprodukte verwenden würden. Diese würden viele Fehlalarme generieren. Diese Altsysteme würden deshalb hohe Kosten für die manuelle Bearbeitung von Warnmeldungen verursachen. Gleichzeitig würden sie auch manche Marktmanipulationen nicht entdecken.
Darüber hinaus seien die derzeitigen Systeme nicht in der Lage, personenbezogene Daten mit Handelsdaten zu kombinieren. Seit dem Inkrafttreten des Melderegimes des Finanzmarktinfrastrukturgesetzes (FinfraG) stünden der Handelsüberwachung aber genau solche Informationen über den wirtschaftlich Berechtigten einer Transaktion zur Verfügung.
Das neue System verwende nun neuste Technologien, darunter auch Künstliche Intelligenz, so Müller.
Der Einsatz dieser Technologien solle qualitativ hochwertigere Warnungen ermöglichen. Dadurch könnten sich die Spezialisten der Handelsüberwachung noch mehr auf die genauen Untersuchungen konzentrieren, um einen echten Mehrwert zu generieren.
Das Projekt begann im vierten Quartal 2019. Bei der Entwicklung der Software arbeitete SIX mit PwC Schweiz zusammen.

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