Six: KI kann Börsengeschäft "radikal transformieren"

22. Oktober 2018, 12:49
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Know-how aus Israel und China soll Six dabei helfen, schon bald erste KI-gestützte Dienstleistungen anbieten zu können.

Know-how aus Israel und China soll Six dabei helfen, schon bald erste KI-gestützte Dienstleistungen anbieten zu können.
Six, der Inhaber und Betreiber der Schweizer Börse, hat eine plötzliche Liebe zu den Möglichkeiten von Machine Learning und künstlicher Intelligenz entdeckt. Nun soll es eine Partnerschaft mit einem israelischen Hightech-Unternehmen und einem chinesischen Beratungsunternehmen ermöglichen, schon in einige Monaten erste "tragfähige" KI-gestützte Dienstleistungen zu entwickeln.
Die beiden Partner sind Cortica mit Sitz in Tel Aviv und New York und Duotem Capital mit Sitz in Hongkong. Cortica wurde 2007 gegründet und beschäftigt laut Angaben auf seiner Webseite mittlerweile rund hundert Angestellte. Die Israelis haben sich auf Technologien für autonom lernende KIs spezialisiert. Cortica hat bisher vor allem Lösungen für autonome Autos und den Bereich Smart City entwickelt.
Duotem Capital ist darauf spezialisiert, israelische Technologieunternehmen mit Investoren aus Asien zusammenzubringen. Aber wenn jemand aus einer anderen Weltregion anklopft, sagt man bei Duotem wohl auch nicht nein.
Six setzt grosse Hoffnungen in diese Parterschaft. "Die Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz in Verbindung mit selbstlernenden Technologien eröffnen für uns ganz neue Möglichkeiten und Chancen, um unsere Effizienz, Transparenz und Compliance als Branche zu verbessern. Wir stehen an einem Punkt im Post-Trade-Bereich, an dem bahnbrechende Lösungen (…) die Art und Weise, wie wir mit unseren Kunden interagieren und sie dabei unterstützen, ihre Geschäftsbeziehungen mit ihren Kunden und Investoren nachhaltiger zu gestalten, radikal transformieren können", kommentiert Thomas Zeeb, Mitglied der Konzernleitung und Head of Securities & Exchanges bei Six.
Wie Zeeb antönt, konzentriert man sich bei der Suche nach tragfähigen KI-Anwendungen zuerst auf Prozesse, die auf einen Wertpapierhandel folgen. Konkret genannt werden die Erkennung von verdächtigen Handelsmustern, die beispielsweise auf Front Running hindeuten könnten. Ebenfalls genannt wird von Six die Entwicklung von Algorithmen zur Ermittlung von betrügerischen Zahlungen, die Unterstützung von manuellen Korrekturen im Post-Trading-Bereich durch maschinelles Lernen sowie die Erstellung eines Dashboards für den Betrieb in Echtzeit.
Um entsprechende Algorithmen zu entwickeln und die KI zu trainieren, stellt Six Cortica historische Börsen-Transaktionsdaten zur Verfügung. (hjm)

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