SIX nimmt neues Zahlungssystem in Betrieb

19. April 2016, 15:15
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42 Millionen Franken hat SIX in die Entwicklung des neuen Swiss Interbank Clearing (SIC) Systems investiert. Vergangene Woche ging das System live.

42 Millionen Franken hat SIX in die Entwicklung des neuen Swiss Interbank Clearing (SIC) Systems investiert. Vergangene Woche ging das System live.
Am 14. April nahm SIX nach fünf Jahren Projektlaufzeit das neue Zahlungssystem Swiss Interbank Clearing (SIC) in Betrieb. Das neue System löst das alte nach 30 Jahren Laufzeit ab und wurde grundlegend neu entwickelt, so eine Mitteilung von SIX Securities Services.
Das Interbank-Zahlungssystem erlaubt einerseits die geldseitige Abwicklung von Wertschriftentransaktionen, andererseits ist es ein zentrales System der Schweizerischen Nationalbank zur Umsetzung ihrer Geldpolitik. Über SIC wird neben den Grossbetragszahlungen der Teilnehmer auch ein Teil des Retail- und Massenzahlungsverkehrs abgewickelt, wie etwa Lastschrift- und Kartentransaktionen. Per Ende 2015 zählte das SIC-System 350 teilnehmende Banken aus dem In- und Ausland.
SIX betreibt zudem ein zweites System, euroSIC, für die Abwicklung von Zahlungen in Euro. Das neue euroSIC-System wurde vor rund einem Jahr in Betrieb genommen. Die beiden Zahlungssysteme laufen auf der gleichen Plattform.
Agile Entwicklungsmethodik
Beim neuen System handle es sich um eine hunderprozentige Eigenentwicklung, erklärt Stephan Meier, Head Media Relations, auf Anfrage von inside-it.ch. Die Kosten für die beiden neuen IT-Systeme, SIC und euroSIC, beliefen sich auf 42 Millionen Franken. Insgesamt habe das Entwicklungsprojekt für SIC rund fünf Jahre gedauert. 70 SIX-Mitarbeitende sowie 15 externe Softwareentwickler haben unter Projektleiter Jean-Pierre Groner daran gearbeitet.
Die neue Finanzmarktinfrastruktur von SIX bediene sich modernster Hard- und Software-Technologien, schreibt SIX. Entwicklungssprache ist Java und der Kernel basiert auf Oracle, erklärt Meier gegenüber inside-it.ch weiter. Zudem werde Tableau für das Ad-hoc-Reporting eingesetzt.
"Statistiken zeigen, dass nur 32 Prozent aller IT-Projekte dieser Grössenordnung bezüglich Zeit, Budget und Nutzen erfolgreich abgeschlossen werden. Insofern ist es keine Selbstverständlichkeit, dass das Projekt so gut unterwegs war und sowohl die zeitlichen, finanziellen wie auch die funktionalen Vorgaben eingehalten hat", so Meier.
Die Anforderungen an SIC waren gemäss SIX gut bekannt. Da es sich aber um ein komplexes Projekt handelte, habe man sehr viel Energie in das Setup und die Konzepte investiert. Die Grob- und Detailkonzepte seien in Zusammenarbeit mit der SNB und der im Verwaltungsrat von SIX Interbank Clearing vertretenen Finanzinstitute erarbeitet worden. Gearbeitet wurde übrigens "agil" mit der Entwicklungsmethodik Scrum.
Wie SIX weiter schreibt ist SIC das erste System seiner Art in Europa, das auf dem Meldungsstandard ISO 20022 basiert. Dieser Standard verringere die Anzahl technischer Schnittstellen zwischen den Teilnehmern und der zentralen Schweizer Finanzmarktinfrastruktur. Im Nachgang müssen die Banken nun noch bis Ende 2017 auf diesen Meldungsstandart umstellen - jede während eines zugeteilten Migrationsfensters, so Meier. (Katharina Jochum)

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