Skype-Verschlüsselung zu hart für deutsche Bundespolizei

23. November 2007, 14:07
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Der Präsident des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) erklärte gestern an einer Veranstaltung zum Thema Internetkriminalität, dass die Verschlüsselung des Skype-Verkehrs das BKA vor "gravierende Probleme" stelle.

Der Präsident des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) erklärte gestern an einer Veranstaltung zum Thema Internetkriminalität, dass die Verschlüsselung des Skype-Verkehrs das BKA vor "gravierende Probleme" stelle. Es bleibe den Ermittlern daher nichts anderes übrig, als Gespräche entweder beim Anrufer oder beim Empfänger, also bevor sie verschlüsselt oder nachdem sie entschlüsselt wurden, abzufangen. Dazu müsse man die sogenannten "Bundestrojaner" einsetzten, also Spyware, welche die Polizei – hauptsächlich im Einsatz direkt vor Ort – auf die PCs von Verdächtigen schleusen muss.
Wie ein Experte gegenüber 'pressetext' erklärte, verwendet Skype einen Verschlüsselungsalgorithmus, der bis jetzt noch nie geknackt wurde. Allerdings muss man sich als vernünftiger Paranoiker auch fragen: Würden es das BKA und andere Ermittlungsbehörden wirklich an die grosse Glocke hängen, wenn sie beim Skype-Verkehr ohne weitteres mithören könnten? (hjm)

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