Smart Data werden meistens erst taktisch genutzt

16. Oktober 2015, 13:24
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Noch schafft es nur eine Minderheit der Schweizer Unternehmen mit Datenanalyse Mehrwert zu erzeugen.

C-Level-Umfrage zeigt: Noch schafft es nur eine Minderheit der Schweizer Unternehmen mit Datenanalyse Mehrwert zu erzeugen. Viele Unternehmen verstehen nicht, was sie mit den Daten machen könnten.
Sie sind der Rohstoff unseres digitalen Zeitalters: Daten und Informationen. Im riesigen Datenberg die Goldnuggets zu finden und zu heben, ist jedoch eine Königsdisziplin, die nur sehr wenige beherrschen. Aus diesem Grund haben sich mit freundlicher Unterstützung von EMC, Tata Consultancy Services und Boydak Digital Lab 81 Top-Manager der C-Level Community aus 55 der grössten Schweizer Unternehmen zum 4. C-Level Roundtable 2015 unter dem Titel "New Business Opportunities through Smart Data" getroffen. Hier einige der Erkenntnisse aus der Umfrage unter den Teilnehmern des Roundtables.
Bedeutung von Smart Data
Wie wichtig Daten und Informationen im digitalen Zeitalter geworden sind, zeigt die Umfrage auf dem Roundtable. So betrachtet mit 85 Prozent die grosse Mehrheit der Schweizer Unternehmen die intelligente Nutzung von Smart Data als signifikanten Erfolgsfaktor für den Geschäftserfolg. Sei es zum besseren Verständnis der Kundensicht, für Unternehmensprozesse oder auch für ganze Geschäftsmodelle. Den grössten Nutzen durch Smart Data-Anwendungen sieht die C-Level Community im Bereich Marketing & Sales, gefolgt vom Bereich Productions & Operations.
Um diesen Nutzen aus Daten ziehen zu können, ist jedoch ein Umdenken in allen Unternehmensbereichen notwendig. Für etablierte Unternehmen, die in der Vergangenheit auch ohne Smart Data erfolgreich waren, ein schweres Unterfangen. Entsprechend gab nur ein Drittel der Top-Executives am Roundtable an, dass es ihren Unternehmen gelingt, bereits heute substanziellen ökonomischen Wert, sprich zusätzliche Umsätze und Erträge, mit modernem Datenmanagement zu generieren. Ein besorgniserregendes Ergebnis. Das Stichwort hier sind disruptive Konzepte, die Teile des angestammten Geschäfts kannibalisieren. Das erfordert Mut und eine für Veränderungen vorbereitete Firmenstruktur. Beides ist bei Schweizer Unternehmen selten anzutreffen.
Die Antwort auf die Frage, was mit den Daten eigentlich gemacht werden, soll fehlt vielerorts. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen etablierten Unternehmen und den agressiven Playern des digitalen Zeitalters wie Google, Facebook, Amazon oder Uber. Sie verstehen es, Daten geschickt für einen Wissensvorsprung gegenüber Wettbewerbern zu nutzen. Schliesslich verfolgen sie seit jeher einen strategischen Ansatz beim Umgang mit Daten. Alle ihre Produkte, Services und Prozesse werden von vornherein konsequent auf die Erfassung und Nutzung von Daten ausgerichtet. Diesen Ansatz teilen laut Umfrage der C-Level Community leider erst 34 Prozent der Schweizer Unternehmen. Der Rest setzt traditionell noch auf einen taktischen Approach, und analysiert Daten nur selektiv ohne die Unternehmenssystematik grundlegend zu verändern. Oder noch schlimmer: Hat gar keinen Ansatz in punkto Datenmanagement. Als Folge fliesst ein immer grösser werdender Teil der Wertschöpfung in diesem zukunftsweisenden Bereich von Europa weg in die USA.
Mehrwert für den Kunden schaffen
Amerikanische Digitalisierungsvorreiter sind durch eine weitere matchentscheidende Denkweise geprägt. Dem radikalen Kundenfokus. Darum geht es schliesslich. Dem Kunden einen echten Mehrwert zu bieten. Dass dies in der Schweiz noch unzureichend der Fall ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Demnach sagen nur gut ein Drittel der Schweizer Top-Manager, dass es ihren Unternehmen gelingt, ihren Kunden einen echten Mehrwert durch das Auswerten von Kundendaten zu bieten.
Damit dies jedoch überhaupt gelingen kann, ist die wichtigste Voraussetzung, dass das Business im ersten Schritt spezifische Fragestellungen formuliert. Aus der Kundenperspektive heraus. Aus diesem Grund ist es auch wichtig neue Typen von Analysten zu haben. Data Scientists, die es verstehen, die Anforderungen der Businesseinheiten in eine datengetriebene Sicht zu übersetzen. Im darauffolgenden Schritt muss dann eine disruptive, über bestehende Scheuklappen hinausgehende Denkweise etabliert werden, damit innovative Geschäftsmodelle mit echtem Kundenmehrwert geschaffen werden können.
Bezüglich des organisatorischen Setups zeigt die Umfrage unter den teilnehmenden Top-Managern ein geteiltes Bild. So bündelt die Hälfte der Unternehmen ihr Smart Data-Know-How in einem oder mehreren Kompetenzzentren, während die andere Hälfte das Thema Datenmanagement organisatorisch nicht zusammenfasst.
Über C-Level
C-Level ist eine Community, die aus der Mitte der Schweizer Manager entstanden ist. Im Rahmen ihrer Aktivitäten werden regelmässige C-Level-Roundtables veranstaltet und das C-Level Magazin publiziert. Über 700 der wichtigsten 3'500 Schweizer Top-Executives bringen sich bereits aktiv in der Community ein. C-Level befragt regelmässig Mitglieder zu aktuellen Themen und veröffentlicht die Resultate auf inside-it.ch.

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