Smarte Roboter von Schweizer Schülern

12. September 2008, 11:43
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Roboter die Treppen steigen und lernen, Sudokus lösen, Türen öffnen, Blumen giessen, Getränke bringen oder durch ein Haus lotsen.

Roboter, die Treppen steigen und lernen, Sudokus lösen, Türen öffnen, Blumen giessen, Getränke bringen oder durch ein Haus lotsen.
Schweizer Mittelschüler haben etwas drauf, wenn es um das Bauen und Programmieren von Robotern geht. Gestern Abend wurden in Zürich die sechs Siegerteams des von den beiden Zürcher Softwarefimen AdNovum und Netcetera im Rahmen der Informatica08 vorgestellt.
Die von den Gymi-Teams ausgetüftelten Roboter konnten nicht nur Laien faszinieren, sondern auch manchen Experten beeindrucken. Die Schüler lösten teilweise knifflige Probleme der Robotik, mit denen auch die "grossen" Roboterforscher kämpfen: Sie konnten ihren Robotern zum Beispiel beibringen, Hindernisse zu erkennen und zu umgehen, zu lernen, Zahlen selbständig zu lesen oder Treppen zu besteigen. Der sichtlich begeisterte Marco Demarmels von Adnovum, Präsident der Jury lobt: "In vielerlei Hinsicht wurden wir aufs positivste überrascht: Über die grosse Zahl der Teams, die Spannweite an faszinierenden und überraschenden Lösungen, das hohe Engagement und nicht zuletzt die zum Teil umwerfenden Präsentationen am Tag der Informatik."
Die Teams, die an der Robot Challenge mit machten, mussten sich selbst eine Aufgabe stellen und diese hauptsächlich mit vorgegebenen technischen Mitteln - Bauteile und Robotersoftware von Lego - lösen. Dabei wollten die Veranstalter nicht nur die technische Lösung sondern auch das Design und die Kommunikationsfähigkeit der Teams auszeichnen. Bewertet wurden darum auch das ganze "Drumherum" wie die Dokumentation, die Präsentation der Robis oder das "Marketing".
Die Roboter
Letzteres hat zum Beispiel das Team "Wall-e" der Kantonsschule Wetzikon für ihren "Naturebot" besonders gut gemacht (Bild oben links). Die Wetziker haben nicht nur einen Roboter kreiert, der anhand eines Legostrichcodes (!) Blumen korrekt giessen und düngen kann, sondern auch gleich noch einen Sponsor für ihr Projekt gefunden.
Beim "Türöffnungsroboter" des Schülerinnenteams "RoPorta" vom Gymnasium Ingenbohl, Brunnen (Bild oben rechts), lobte die Jury vor allem die der Aufgabenstellung perfekt angepasste Einfachheit und Eleganz der Lösung.
Beim "Sudokuroboter" des Teams "3NP Team A" der Kantonsschule Sargans (Bild mitte links), der Sudoku-Rätsel mit einem Lichtsensor lesen, sie lösen und die Lösung dann aufschreiben kann, war das Berechnen der Lösung wohl die einfachste Programmieraufgabe. Besonders beeindruckt war die Jury hier, wie Demarmels erklärte, von den klugen Ansätzen des Teams für die Erkennung der Zahlen.
Der "RoboSchoolGuide" vom Team "Churchfield" des Gymnasiums Kirchenfeld (Bild Mitte rechts) kennt das ganze Schulhaus in- und auswendig und kann auch schräge Ebenen bewältigen. Besucher können ein Ziel auswählen, und werden vom allzeit willigen Guide dahin geführt.
Sehr publikumswirksam ist der "Getränkeautomat" des Teams "BM '08" der Berufsmaturitässchule Altdorf (Bild unten links). Das Team hat es geschafft, meherere Roboter und Komponenten, die per Bluetooth kommunizieren, als ganzes System arbeiten zu lassen. Ein Roboter füllt das gewünschte Getränk aus einer Auswahl von Flaschen in ein Glas ab und stellt das volle Glas dann auf einen Lift, von dem es im unteren Stock von einem weiteren Roboter abgeholt und zum "Kunden" gebracht wird.
Den Hauptpreis aber holte sich die Mannschaft "3 NP Team B" der Kantonschule Sargans mit dem "Mensa-Navigator" ab. Dieser wird zuerst mit einer groben Karte eines Geländes - im aktuellen Projekt eben der Mensa - gefüttert. Wenn man ihm ein Ziel angibt, versucht er den Besucher auf möglichst direktem Weg dorthin zu führen. Dabei erkennt er nicht nur Hindernisse und Treppen sondern kann auch, wenn er auf etwas Neues trifft, seine Karte laufend ergänzen. Auch das Problem des Treppensteigens hat das Team mit einer zusätzlichen Spezialversion (Bild unten rechts) gelöst. (Hans Jörg Maron)

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