Smartphones und Tablets als Goldesel für Swisscom?

7. Juni 2011, 16:10
  • smartphone
  • sicherheit
  • security
  • swisscom
image

Mobilgeräte im Einsatz von Unternehmen könnten zur wichtigen Geldquelle für den Telco Swisscom werden. Dieser hat neue Dienstleistungen für die sichere Kommunikation und das ferngesteuerte Softwaremanagement angekündigt.

Mobilgeräte im Einsatz von Unternehmen könnten zur wichtigen Geldquelle für den Telco Swisscom werden. Dieser hat neue Dienstleistungen für die sichere Kommunikation und das ferngesteuerte Softwaremanagement angekündigt.
Smartphones und Tablet-Rechner sind seit ihrem Erscheinen vor wenigen Jahren zu den Verkaufsrennern der ICT-Branche geworden. Sie haben sich innert vergleichbar kurzer Zeit vom Lifestyle-Gadget zum alltäglichen Arbeitsgerät des mobilen Büros entwickelt - mit allen Vorteilen und Risiken für die Anwender, die solchen Geräten eigen sind.
Neuartige Geräte, neuartige Bedrohungen
Auf geschäftlich genutzten Mobilrechnern werden heute im geschäftlichen Alltag die kostbarsten Assets von Unternehmen verarbeitet, die firmeneigenen Daten. Mit der rasant steigenden Zahl der Anwendergeräte steigt auch die Zahl der Cyberangriffe an. So verzeichnet das Security-Unternehmen McAfee in seinem neuesten Quartalsreport des laufenden Jahres monatlich bis zu 2,5 Millionen neuer Malware-Variationen und total bereits 600 Millionen verschiedenartige Malware-Signaturen. Die Zahl der Angriffe ist vom März 2010 von rund 38'000 bis zum März 2011 auf 51'000 gestiegen - eine Zunahme von über 20 Prozent in weniger als einem Jahr.
Nicht nur die Masse der Cyberattacken, auch die Qualität der Malware hat sich enorm gesteigert. Zunehmend richten sich immer komplexere Angriffe auf immer gezielter ausgesuchte Bedrohungsopfer, und es kommen dabei ausgeklügelte psychologische Methoden zum Einsatz. Konventionelle Virensignaturen überfordern durch eingeschobene Zufallsmuster lawinenartig konventionelle Abwehrmechanismen.
Es gehört zu den Charakteristiken von Smartphones und Tablet-Rechnern, dass sie mit einem Betriebssystem bestückt sind. Heute sind bereits deren zehn im Markt verbreitet, wenn auch fünf davon ein ausgesprochenes Nischendasein führen. Cyberattacken richten sich vor allem gegen den dominanten Marktführer Symbian OS von Nokia, der ebenfalls verbreiteten Java 2 Mobile Edition von Oracle, der Android der Open Handset Alliance, dem quelloffenen Python der gemeinnützigen Python Stiftung sowie WinCE von Microsoft.
Komplexes Software-Management nötig
Swisscom ist für ihr Angebot an Managementsoftware für mobile Geräte mit der Firma MobileIron aus dem Silicon Valley eine Partnerschaft eingegangen. Deren Multi-OS-Angebot deckt Mobile Security, Synchronisation von Anwendungen sowie das Management mobiler Geräte ab und wurde von Swisscom zusätzlich auf in der Schweiz verbreitete Betriebssysteme erweitert; zur Zeit werden iPhone, Windows Mobile, Blackberry und Android abgedeckt, ferner die mobilen Zugangsprotokolle GSM/CSD, GPRS/EDGE, UMTS/HSPA sowie WLAN sowie der Fixnet-Zugang über das Internet und MPLS/IPSS. Ferner wird zonenmässig Extranet und DMZ unterstützt.
Aus Sicherheitsgründen empfiehlt Swisscom für den geschäftlichen Einsatz sogenannt halboffene Plattformen wie das iPhone von Apple, oder Blackberry von RIM, Symbian von Nokia und Windows Mobile von Microsoft. Dabei wird der Netzwerkzugang kontrolliert und der Informationsfluss überwacht, die Netzwerksicherheit ebenso wie der Informationsschutz gewährleistet.
Leistungsumfang, Kosten und Zukunftspläne
Das neue Swisscom-Angebot unter dem Titel "Mobile Device Services - Lifecycle Management" erstreckt sich auf das umfassende Management mobiler Geräte, einschliesslich der Sicherstellung der Prozesse. Dazu gesellt sich die Analyse und Portfolioberatung, sowie logistische Dienstleistungen wie Reparatur- und Austauschservice innert 24 Stunden, Lagerhaltung, Inventar und Support.
Gegenwärtig konzentiert Swisscom dieses Angebot auf grosse und mittelgrosse Firmen mit 100 oder mehr Mobilgeräte-Anwendern. Ähnlich wie bereits die Internet Scurity-Dienstleistungenvon Swisscom werden die neuen Sicherheits- und Management- Dienstleistungen mit den Abo-Gebühren für das Endgerät in Rechnung gestellt. Die Kosten belaufen sich je nach Leistungsumfang auf 5 bis 8 Franken monatlich für ein einzelnes Endgerät. Dazu erstreckt sich das Angebot auch auf die Geräte- und Aboverwaltung im Extranet von Swisscom. Zu einem späteren Zeitpunkt, so wird erwogen, soll dieses Angebot auch kleineren Firmen - etwa mit bis zu zehn Endgeräten - zugänglich gemacht werden. (Gregor Henger)

Loading

Mehr zum Thema

image

Zurich investiert erneut in kanadische Cyberversicherung

Boxx Insurance hat unter der Leitung von Zurich in einer Serie-B-Finanzierung 14,4 Millionen US-Dollar gesammelt.

publiziert am 31.1.2023
image

Cyberkriminelle erbeuten Kundendaten der Online-Apotheke DocMorris

Bei dem Cyberangriff haben unbekannte Täter 20'000 Kundenkonten kompromittiert. Die Online-Apotheke gehört zur Schweizer "Zur Rose"-Gruppe.

publiziert am 27.1.2023
image

Schwerer Schlag gegen eine der erfolgreichsten Ransomware-Banden

Die Gruppe Hive hatte unter anderen Emil Frey und Media Markt attackiert. Jetzt haben das FBI, Europol und weitere Behörden die Hive-Infrastruktur ausgeschaltet.

publiziert am 27.1.2023
image

Angeblicher Datendiebstahl: Unispital Lausanne gibt Entwarnung

Ein Hacker behauptete, im Besitz von 2 Millionen Datensätzen des Spitals zu sein. Doch das Datenpaket stammt offenbar aus Frankreich.

publiziert am 27.1.2023