Snowflake zieht in neuer Finanzierungsrunde eine Riesensumme an

10. Februar 2020, 13:31
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Der Anbieter von Data-Warehouse-Lösungen Snowflake hat 479 Millionen Dollar frisches Geld akquirieren können und Salesforce an Bord geholt.

Mit den jüngsten Investitionen von 479 Millionen Dollar konnte der Unternehmenswert von Snowflake im Verlauf von nur gut einem Jahr auf 12,4 Milliarden Dollar verdreifacht werden. Angeführt worden ist die neue Finanzierungsrunde von Dragoneer Investment Group zusammen mit Salesforce als neuem Investor. Auch bestehende Geldgeber wie Altimeter Capital, ICONIQ Capital, Madrona Venture Group, Redpoint Ventures, Sequoia und Sutter Hill Ventures sollen sich beteiligt haben. Mit dieser Geldspritze habe das 2012 gestartete Unternehmen inzwischen über 1,4 Milliarden Dollar akquirieren können, schreibt unter anderem 'Techcrunch'.
In dem Bericht wird CEO Frank Slootman zitiert, der festhielt, das Geld eigentlich nicht zu brauchen. Es biete aber die Chance, eine Partnerschaft mit Salesforce aufzubauen. Das habe letztlich zur Annahme des Kapitals geführt.

Immer mehr Firmen würden auf Multi-Cloud setzen. Ziel sei es, Salesforce-Daten innerhalb von Snowflake leichter als bisher zugänglich zu machen, führte Slootman weiter aus. Bekannt ist, dass Snowflake bereits auf AWS, Microsoft Azure und der Google Cloud Platform verfügbar ist. Laut Slootman lösen die Kooperationen einen Netzwerkeffekt aus und ermöglichen es, Daten einfach zwischen den grossen Cloud-Plattformen zu verschieben. Für Snowflake sei das deshalb wichtig, weil immer mehr Unternehmen mit mehreren Cloud-Anbietern zusammenarbeiten würden.
Die Nähe zu Salesforce soll sich aber nicht nur auf die Produktstrategie auswirken. Wie ‘ZDNet’ schreibt, erstrecke sie sich auch aufs Marketing und die Erschliessung neuer Märkte. Weitere Einzelheiten über die Salesforce-Partnerschaft wolle Slootman voraussichtlich im Juni an der jährlichen Snowflake-Konferenz bekannt gegeben.
In diversen Medien wird inzwischen spekuliert, dass Snowflake demnächst an die Börse gebracht werden könnte. Slootman dementiert die Gerüchte nicht, will sich aber auch nicht auf einen konkreten Termin festlegen.
Snowflake war 2012 von französischen und polnischen Datenbankspezialisten gegründet worden. Das gleichnamige Cloud-native Data-Warehouse verspricht unabhängig von Grösse und Branche jedem Unternehmen, alle möglichen Datenbestände in Echtzeit und beliebig oft analysieren zu können. Abgerechnet wird der Cloud-Service im Gegensatz zu klassischen Datenbanklösungen per Sekunde.
Das Unternehmen hatte beim Umsatz zuletzt dreistellig zugelegt und wird von 3400 Kunden genutzt. Allein im letzten Quartal seien 500 neue Kunden gewonnen worden, gab der CEO an.

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