So denken Informatik-Lehrlinge

31. Januar 2013, 13:58
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Warum entscheiden sich junge Menschen für eine Informatik- oder Mediamatik-Berufslehre? Wer beeinflusst sie? Eine neue Umfrage liefert Antworten darauf.

Warum entscheiden sich junge Menschen für eine Informatik- oder Mediamatik-Berufslehre? Wer beeinflusst sie? Eine neue Umfrage liefert Antworten darauf.
Der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz hat im November 2012 erstmals eine Befragung unter Lernenden im Bereich Informatik und Mediamatik durchgeführt. Ziel war es, die Beweggründe der jungen Menschen zu erfahren, um damit im besten Fall Erkenntnisse für (potenzielle) Lehrbetriebe zu gewinnen. In der Schweiz herrscht bekanntlich ein Fachkräftemangel. Eine der möglichen Massnahmen, um mehr Informatik-Spezialisten zu bekommen, wären attraktivere Lehrstellen.
Eltern spielen entscheidende Rolle
Die heute publizierten Ergebnisse der ersten ICT-Lehrbeginner/-innen-Befragung zeigen nun deutlich, dass Jungen und Mädchen unterschiedliche Berufsbilder haben: Für 57 Prozent der Jungen war früh klar, dass sie in die Informatik wollen. Bei den Mädchen sagen das nur gerade 27 Prozent. Mädchen werden deutlich stärker von anderen ermuntert, in die ICT einzusteigen. Für die Jugendlichen allgemein spielt die Meinung der Eltern die grösste Rolle bei der Berufswahl.
Für Mädchen sind die Zukunftsaussichten in einem Beruf wichtiger als andere Kriterien. Bei den Jungen steht hingegen eher das schlichte Interesse an der Informatik im Vordergrund.
Wo sind die Lehrstellen?
Mädchen finden, der Informatiker-Beruf sei ein Bürojob, Jungen haben eher ein Technik-Image präsent. Nur 13 Prozent der Befragten denken bei der Informatik an einen innovativen, kreativen und kommunikativen Beruf. Drei Monate nach Lehrbeginn hat sich für die meisten Lernenden (58%) das Image positiv verändert, für 37 Prozent ist es gleich geblieben und für 5 Prozent hat sich das Bild verschlechtert.
Für die Branche dürfte die Herausforderung vor allem darin liegen, den Informatikberuf für Mädchen attraktiver zu machen. Denn Frauen in der Informatik sind immer noch selten. Überhaupt müssten aber mehr Lehrstellen geschaffen werden. Fast die Hälfte der Befragten hat die Lehrstellensuche als mittel- bis sehr schwierig empfunden. Ein Drittel der Jugendlichen mussten mehr als zehn Bewerbungen schreiben, um zu einer ICT-Lehrstelle zu kommen. 34 Prozent der ICT-Lernenden haben ihre Lehrstelle aufgrund einer Schnupperlehre gefunden, 23 Prozent durch persönliche Beziehungen.
In der Pflicht, Informatiklehrstellen anzubieten, sieht der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz vor allem IT-Anwenderunternehmen. IT-Dienstleister und die öffentliche Verwaltung nähmen ihre Ausbildungsverantwortung hingegen gut wahr. (mim)

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