So ergeht es uns im Homeoffice

27. März 2020, 16:22
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Die Journis von inside-it.ch und inside-channels.ch erlauben – nicht nur den Kollegen während der Videokonferenz – einen Einblick in ihre Wohnzimmer.

Während draussen die Supermarktregale geplündert und die Parks geschlossen werden, hat sich das Redaktionsteam von inside-it.ch und inside-channels.ch in das sichere Homeoffice zurückgezogen. Mitarbeitende, die längere Strecken zu pendeln haben, wurden schon früher an den heimischen Schreibtisch "verbannt"; der Rest des Teams zog bald nach. Eigentlich kein Problem, denn das Arbeiten von Zuhause aus wird uns seit langem ermöglicht. Auch ist es keine Seltenheit, dass ein Journalist im Zug, an einer Pressekonferenz oder an einer Messe im Ausland News produziert und publiziert. 
Ideen, Themen und Input werden in gemeinsamen Google-Dokumenten geteilt und zugänglich gemacht. Daneben stehen Slack, E-Mail und Handys als Kommunikationskanäle bereit.
Selbstverständlich beschäftigt uns die aktuelle Lage ebenso wie unsere Leser. Dennoch hat sich unser Tagesablauf kaum verändert: News suchen, besprechen, recherchieren, publizieren – und das Ganze wiederholen. So bleibt vieles gleich, und ist doch ganz anders. 
Die erste Hürde: Die Videokonferenz via Slack funktionierte nicht. Ob es nun am eigenen WLAN, dem Internetprovider oder an Slack selbst lag, bleibt offen. Aber eine unkomplizierte Alternative war schnell gefunden. Einige Tage später ist das Problem behoben und wir können via Slack von Angesicht zu Angesicht die neuesten Entwicklungen auf der Welt und die jüngsten Abenteuer im Homeoffice diskutieren.

Der Dresscode ist passé

Da Neugierde für uns Journalisten und Journalistinnen quasi zum guten Ton gehört, ist die erste Videokonferenz im ganzen Team ein kleines Highlight. Welche Bücher liest der Kollege, welche Bilder hängen an den Wänden des Chefs? Aber nach dem zwölften "Du bist eingefroren" und "Jetzt hab ich nichts verstanden", steigt das Frust-Level schnell. Zeit für einen Kaffee – der schmeckt daheim mindestens so gut wie im Büro.
Und wie hält es die Schreibende mit dem offenbar so wichtigen Tipp: "Ziehen Sie sich fürs Homeoffice so an, als würden Sie ins Büro gehen", der überall zu lesen ist? An Tag 1 hätte sie definitiv noch ein Interview mit einem CIO eines mittelgrossen Unternehmens führen können, ohne im chicken Bürogebäude aufzufallen. Heute würde sie auch am letzten Tag eines Hackathons eher belustigte Blicke ernten. Der Arbeitsalltag hingegen bleibt gleich. Statt dem Mitarbeitergespräch am Donnerstag jedoch steht nun “Tee aufsetzen” im Kalender – to be confirmed. (kjo)

Am Setting in der Ostschweiz lässt sich arbeiten

Was kann nerven im Home-Office? Zum Beispiel wenn man merkt, dass man halt doch nicht so gut eingerichtet ist für stunden- und tagelanges Arbeiten zu Hause. Zum Beispiel mein Stuhl. Er ist schon deutlich weniger bequem als der im Büro. Bei erster Gelegenheit muss ein neuer her!

Der Zmittag, sofern man Selbstversorger ist, sollte vorausgeplant beziehungsweise vorgekocht sein. Sonst gibt es wieder nur Gulasch aus der Büchse oder Brot und Käse!Und wenn man den ganzen Tag zu Hause ist, merkt man, wie viele Leute dauernd versuchen, einem per Telefon irgendetwas zu verkaufen. Oder zur Teilnahme an irgendeiner Umfrage zu verleiten. Zumindest war das letzte Woche noch so. Diese Woche dagegen blieb das Telefon verdächtig still. Haben auch die Telefonverkäufer aufgehört zu arbeiten? (hjm)

Studententage ohne First Level Support

Es ist manches wie in meinen Studententagen, als ich im WG-Schlafzimmer mit der IBM-Kugelkopfschreibmaschine meine Artikel herunterratterte. Natürlich war damals kurz vor Redaktionsschluss das Farbband zu Ende und ich spurtete in den Laden. Heute ist alles anders. Natürlich ist am Tag 2 des Homeoffice die Druckerpatrone leer. Nach einigen Tagen trifft das Päckli vom Online-Shop schliesslich ein, gleichzeitig mit dem Ersatzteilchen für meine Brille.
Draussen machen zwei Buben mit Helm und Gesichtsmaske ein Trotti-Rennen und drinnen beanspruchen meine Frau und ich gleichzeitig Bandbreite für unsere Slack- und Teams-Konferenzen: Es ruckelt und zuckelt bei uns beiden und genauso muss es auch sein – das Internet demokratisiert die Welt in jeder Hinsicht (#corona-know-how).
Nichtsdestotrotz bewährt sich, dass die Redaktions-Tools von inside-it.ch und ich privat längst in der Cloud sind, die läuft. Und das ganz ohne First Level Support. Ich muss denn auch nicht herausfinden, wie man via Citrix zuhause druckt. Ein grosser Unterschied zu anderen Betrieben, wie ich aus dem Zimmer nebenan höre...
#corona-know-how: Informatiker, und First Level Supporter im Speziellen, gehören spätestens jetzt zu den wichtigsten, ja systemrelevanten Fachleuten. Wie Pflegefachleute, LKW-Fahrer, Bauern, Abfallentsorger, Regalauffüller, WC-Papier-Experten und unabhängige Journalisten.
Und ich darf mich gleich doppelt wichtig fühlen: Am Feierabend richte ich via Team-Viewer den PC meiner Eltern so ein, dass wir ab sofort skypen und zoomen können. (mag)

Diese 8 Dinge musst du für das Home Office wissen

Zum Glück hatte ich mir noch einen Luftbefeuchter gekauft, bevor der Fachhandel auf bundesrätliche Anordnung geschlossen wurde. Nicht, dass das Raumklima zu Hause deutlich schlechter wäre als im Büro, aber wenn man gefühlt 23 Stunden im selben Raum verbringt, spürt man jedes Prozent Luchtfeuchtigkeit. Das “innere” Klima halte ich einigermassen angenehm, indem ich jeden Tag spazieren gehe – in gebührlichem Abstand zu meinen Mitmenschen und ohne etwas zu betasten und zu berühren.
Was ich mir derweil nicht neu zugelegt habe, ist ein Bürostuhl oder einen Bürotisch. So treffen meine Handgelenke so unergonomisch wie nur irgendmöglich auf die Tischkante und mein Rücken macht immer die gute alten Brücke. Dafür stehe ich alle 15 Minuten mal kurz auf. Ich habe noch keinen einzigen der derzeit heiss gehandelten Ratgeber gelesen mit Titeln wie: “Traum Home-Office? Diese 8 Dinge musst du wissen”. Je nachdem wie lange sich das hinzieht, werd ich das vielleicht nachholen.
Einiges ist aber auch ohne professionelle Hilfe praktischer: Die Wege sind kürzer, man spart Geld und man kann Musik hören. Je nach Genre wirkt sich das hinderlich oder förderlich auf die Produktivität aus – es soll bereits Studien dazu geben. Da mir Grindcore und Verwandtes ohnehin nicht besonder zusagt, glaube ich noch an den positiven Effekt. Derzeit läuft Pavement. (ts)

Der Homeoffice-Profi

Es hat sich wenig geändert, seit nun auch die Kollegen und die Kollegin von daheim aus arbeiten. Denn schon bisher verbrachte ich als jahrelang erprobter Homeoffice-Profi viel Zeit vor dem heimischen Compi. Was fehlt, ist der wöchentliche Kaffee im Kreise der ganzen Redaktion. Die Zigarette wird nicht mehr im Stehen zwischen den Häuserblocks in Altstetten geraucht, sondern bequem sitzend im Garten vor dem Haus - freier Blick in die Natur inklusive.Zittern befällt mich aber, wenn ich an die Abhängigkeit vom Internet denke. Ein Netzunterbruch und nichts ginge mehr.
Erfreulich ist, dass ich nicht allein im Hause sitze. Die Liebsten sind ebenfalls von der Krisensituation betroffen und wir haben uns hier zusammengefunden. Also sind wir schon zum Frühstück beieinander. Statt ruhig an einem Bericht zu töckeln, wird die Arbeit nun von Musik oder Gesprächsfetzen aus anderen Zimmern begleitet, irgendwo rattert die Nähmaschine und hin und wieder geht eine Tür. – Störend ist das nicht, eher belebend.
Unterbrochen werde ich kaum, das viele Telefonieren, Journalistenalltag in der Recherche, wird klaglos akzeptiert.
Schön auch, dass die Reisezeiten ins Büro entfallen sind. Der Start in den Tag hat damit eine neue Qualität. Und noch etwas, die abendlichen Spaziergänge gehen nun direkt in den Wald, Strassen werden wie Flüsse überquert. (vri)
Kollege paz ist derweil im Home Office abgetaucht. Er wird ab Mittwoch wieder Artikel an seinem heimischen Arbeitsplatz in die Tasten hauen. Hoffentlich ohne Störung durch die Bauarbeiten am grossen Platz um die Ecke...

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