So ist die Schweizer Softwareindustrie

18. Oktober 2011, 15:12
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Eine aufstrebende Branche auf 240 Seiten.

Eine aufstrebende Branche auf 240 Seiten.
Warum nur macht die Schweizer Software-Branche ausgerechnet ein altmodisches Buch? Die Antwort liegt tatsächlich "auf der Hand": Man kann "das buch, Vol. 1" von swiss made software in die Hand nehmen, blättern, im Chefbüro auf den Sitzungstisch legen. Man kann die unsichtbare, unbekannte, unterschätzte Schweizer Software-Industrie dank dem Buch nun endlich "fühlen".
Gestern wurde "das buch" an einem kleinen Apéro im Basler "Gundeli", im Revier der drei Herausgeber Thomas Brenzikofer, Luc Haldimann und Christian Walter, gefeiert, heute wird es am Swiss IT Forum in Luzern dem breiten Publikum vorgestellt.
Ein Buch sollte keine Eintagsfliege sein, sondern Inhalt haben, der einige Jahre gilt. Und das dürfte gelungen sein: So sagt etwa der europäische Software-Guru August-Wilhelm Scheer, wie Europa den Rückstand zur äusserst lebendigen US-Software-Szene aufholen könnte - seine Bemerkungen dürften wie auch die anderen Texte der Einleitung auch noch Morgen gelten. Dazu kommt eine Reihe von Statements von Leuten, die in der noch jungen und unreifen Schweizer Software-Industrie schon Geschichte geschrieben haben: Gorostidi, Moll, Hintermann, Fernandez, Vckovski, Wolf, Nüscheler, Bächler, Haldimann. Sie kennen die Namen nicht? Fernandez zum Beispiel ist der Mann, der mit der Banken-Softwarefirma Avaloq nichts weniger als die Eroberung des Weltmarkts anstrebt und Nüscheler und Haldimann haben mit Day und Obtree Software gemacht, die heute weltweit als Teil der Lösungen von Adobe respektive Open Text vertrieben wird.
Nachwuchsförderung, Public Sector, Agile Development, Cloud Computing
Profilierte Autorinnen und Autoren findet man zum Thema Nachwuchsförderung (unter anderem die beiden wichtigsten "IT-Politiker" Ruedi Noser und Kathy Riklin), zu Agile Entwicklung, wo unter anderem die Leute von der preisgekrönten Liip schreiben und zu Cloud Computing, wo der Abacus-Chefstratege Claudio Hintermann sagt, warum es so schwierig ist, eine bestehende Lösung zu modernisieren und "cloud-fähig" zu machen. Ein Leckerbissen auch die Bemerkungen von Opacc-Chef Bussmann zur Beschaffungspolitik der öffentlichen Hand.
Dazu kommen Beiträge zumThema Innovation und ein Verzeichnis der Mitgliederfirmen von swiss made software. Wir vermissen aber einen Rückblick über die Geschichte von Software in der Schweiz, wie etwa ein Gregor Henger, Autor von Informatik in der Schweiz einige interessante Zahlen, die durchaus auch Rückschlüsse auf die ganze Schweiz zulassen.
Trotzdem: Das Buch ist ein Must für alle, die mit Technologie, Wirtschaftspolitik und/oder Software in der Schweiz zu tun haben. Es kostet 69 Franken, hat 240 Seiten und kann hier bestellt werden. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Der Schreibende hat einen Beitrag für das Buch verfasst, dessen Publikation unser Verlag unterstützt.)

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