So sehen Schweizer IT-Fachleute die Zukunft mit der Pandemie

29. Oktober 2020, 15:04
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Unsere Umfrage zeichnet ein differenziertes Stimmungsbild. Zum Homeoffice gehen die Meinungen auseinander.

Wie unsere Umfrage unter Leserinnen und Lesern ergeben hat, zeigt sich eine geteilte Stimmung in der 2. Welle der Pandemie: Die Hälfte gab an, dass sich die Stimmung im Vergleich zu Frühling und Sommer nicht geändert habe. Bei einem Drittel ist man in der Firma oder der Abteilung etwas verunsichert und knapp über 15% der Umfrageteilnehmer sind stark verunsichert bezüglich der Zukunft.
Viele berichten von einer akzentuierten Ungewissheit, wie lange die Krise noch gehe. So schreibt ein Leser: "Kein Ende in Sicht, kein Plan, diffuse Anweisungen, Kantönligeist". Zugleich berichten diverse Stimmen von Corona-Müdigkeit und davon, dass das Virus nicht mehr so ernst genommen werde und die Sorglosigkeit gestiegen sei.
Allerdings wird dies kontrastiert von Voten, die keine Stimmungs-Veränderung in ihrer Informatik-Abteilung beziehungsweise Tech-Firma feststellen. Es wird teilweise darauf verwiesen, dass nun weniger hektisch agiert würde und auch der Verkauf besser laufe – allerdings nicht überall. Von einigen werden die Massnahmen der Regierung in Frage gestellt.
Zu den konkreten Vorkehrungen in den Firmen fällt fast immer das Stichwort "Homeoffice". Dies wird nun offenbar noch häufiger genutzt, als während der ersten Welle. Laut den Umfrageteilnehmern sind mancherorts die Prozesse etabliert. Verschiedene Stimmen berichten, dass sie seit Februar gar nicht mehr aus dem Homeoffice zurückgekehrt seien.

Das sollten Firmen im Homeoffice verbessern

Die Schweizer IT-Firmen haben offenbar im Gros gut auf die Pandemie reagiert: Über 80% der Befragten gaben an, dass die Reaktion ihres Unternehmens gut oder eher gut ausgefallen sei. Nur eine kleine Minderheit erklärte, dass sie zu wenig gut informiert worden sei oder die Regeln zu wenig klar waren.
So fallen auch die Wünsche zurückhaltend aus: In Sachen Homeoffice gibt es aber zumindest teilweise Verbesserungspotential. Es wurde ein erhöhter VPN-Durchsatz oder finanzielle Unterstützung für die langfristige Einrichtung eines Arbeitsplatzes zu Hause genannt. Vor allem die Tools für das remote Arbeiten wurden bemängelt und gefordert, dass die Infrastruktur von der Firma zu Verfügung gestellt werden soll.
Mehrfach wurde erwähnt, dass der Ruf von Homeoffice schlechter sei, als was tatsächlich damit geleistet würde. Allerdings gab es auch Gegenstimmen: Jeweils eine Person gab an, dass es in der Firma nun an Motivation mangle und dass man "mutiger mit dem Virus" umgehen solle. Sprich: weniger Homeoffice, mehr Anwesenheit. Des Weiteren wurde der Wunsch geäussert, dass die sozialen Kontakte besser gepflegt werden und Rücksicht auf Mitarbeitende mit Kindern genommen werden soll.

Diese Massnahmen wurden nun ergriffen

Bei einem Drittel der Befragten herrscht angesichts der zweiten Welle Homeoffice-Pflicht, bei über der Hälfte wurde die Möglichkeit für die Arbeit von zu Hause eingeräumt. Bei der Hälfte der Befragten herrscht im Büro Maskenpflicht (Über 85% der Antworten wurden vor dem 29. Oktober abgegeben, als der Bundesrat dies schweizweit erliess). Zudem gibt es bei einem Drittel alternierende Teams in den Büros und Abstandsregeln, bis hin zur Reservationspflicht von Arbeitstischen.
Ein Umfrageteilnehmer schildert einen detaillierten Pandemieplan: "Generelle Homeoffice-First Regelung, grundsätzliche Homeoffice-Pflicht für Mitarbeitende die einer Risikogruppe angehören, Einhaltung der nationalen und kantonalen Vorgaben sicherstellen, für spezifische Fachkräfte ein expliziter Split-Setup, spezielle Covid-19-Taskforce zur Beratung der GL, spezifische Kommunikation gegenüber Kunden und Mitarbeitenden, definierte Prozesse bei vermuteten und bestätigten Ansteckungen, etc." Ein solcher Plan ist derweil lange nicht überall zufriedenstellend implementiert, wie den Antworten zu entnehmen ist. 

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