So soll das Schweizer Gesundheits­wesen billiger werden

27. September 2021, 13:13
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Bis zu 8,2 Milliarden Franken jährlich sollen sich mit der Digitalisierung sparen lassen, meint eine Studie von McKinsey. Von der Kostenseite wird nicht gesprochen.

Dass die Schweiz über ein erstklassiges Gesundheitssystem verfügt, weiss man auch bei McKinsey. Aber dort weiss man auch, dass die steigenden Kosten ein grosses Problem sind. Hier könnte die Digitalisierung Abhilfe schaffen, diagnostizieren die Unternehmensberater in einer neuen Studie, die auf Zahlen aus dem Jahr 2019 basiert. 
Das Einsparpotential wird mit bis zu 8,2 Milliarden Franken jährlich respektive rund 1% des BIP angegeben. Weiter hält das Papier fest, dass digitale Technologien neben dem Sparpotenzial auch strukturelle Verschiebungen zur Folge haben könnten und sich die Gesundheitsversorgung digital zu niedrigeren oder weniger schnell wachsenden Kosten modernisieren lasse.
Wie hoch die Investitionen ausfallen müssten, damit dieses Sparpotential ausgeschöpft werden kann, wird in diesem Papier nicht thematisiert.
Für die Berechnung sind in 3 Gruppen 26 digitale Gesundheitstechnologien auf den Prüfstand gekommen. Besonders betont werden dabei die Möglichkeiten der Effizienzsteigerungen beispielsweise durch Automatisierung, die digitale Entscheidungsunterstützung der Leistungserbringer und Kostenträger sowie die Reduzierung der Patientennachfrage zum Beispiel durch Datenaustausch oder eine Selbstbehandlung.
So würden rund 4 Milliarden Franken oder 49% der möglichen Kostenersparnisse auf patientenorientierte digitale Gesundheitslösungen wie Online-Interaktionen, Patienten-Selbstversorgung und andere Self-Services entfallen. 2,7 Milliarden Franken oder 33% würden auf E-Health-Lösungen bei Anbietern entfallen wie etwa die digitale Unterstützung von Arbeitsabläufen oder auch die Prozessautomatisierung. Und 1,5 Milliarden Franken oder 18% an Kosteneinsparungen würden sich durch "Enabler-Technologien" erzielen lassen, also zum Beispiel durch papierlosen standardisierten Datenaustausch oder elektronische Rezepte.
Insgesamt, so resümiert die Studie, bringt die Digitalisierung des Schweizer Gesundheitssystems in erster Linie Effizienzverbesserungen beispielsweise durch automatisierte Arbeitsabläufe und Entscheidungsunterstützung bei den Leistungserbringern. Das verbleibende Einsparpotenzial ergebe sich "hauptsächlich aus Nachfragereduzierungen oder -verlagerungen", was besonders den Krankenversicherern zugute komme. Bei McKinsey (PDF) gibt es weitere Details und Resultate.

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