So viel kosten SAP-Berater für den Bund

16. Juni 2016, 14:39
  • e-government
  • sap
  • bit
  • bbl
  • beschaffung
image

Der Bund hat optionale Zuschläge für Tausende von SAP-Beraterstunden vergeben. Wir haben gezählt und gerechnet.

Der Bund hat optionale Zuschläge für Tausende von SAP-Beraterstunden vergeben. Wir haben gezählt und gerechnet.
Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) hat heute eine eindrückliche Reihe von Zuschlägen für externe SAP-Experten veröffentlicht. Das BBL hat diese optionalen Aufträge im Auftrag des Bundesamts für Informatik, BIT, ausgeschrieben. Die Aufträge gelten für die Periode von 2016 bis 2018.
Wie BIT-Sprecherin Sonja Uhlmann-Haenni in einer E-Mail schreibt, geht es um eine Vielzahl von SAP-Projekten beim Bund. Eines der wichtigsten Projekte ist die Umsetzung des neuen Führungsmodells Bund, so Uhlmann-Haenni.
Um diese Projekte umsetzen zu können, braucht der Bund externe SAP-Spezialisten. Dazu hat man verschiedene Aufträge ausgeschrieben und nun nicht-bindende Zuschläge erteilt. "Im Moment des Bedarfs" würden dann jene Lieferanten berücksichtigt, die Fachleute mit geeigneten Profilen stellen könnten, so Uhlmann-Haenni.
Die (potentiellen) Gewinner
Wir haben versucht, nachzuzählen. Total hat das BBL nun optionale Aufträge für 182'400 SAP-Berater-Stunden vergeben. Diese kosten zwischen 150 Franken und 258 Franken pro Stunde. Die teuersten Leute sind mit ICT USP Senior Berater PPM betitelt, die "billigsten" sind Entwickler für SAP HR und FI. Eine Tranche für 14'400 Stunden, nämlich diejenige für Entwickler PPM, konnte mangels passendem Angebot nicht vergeben werden. Wohlgemerkt: Der Bund hat diese Aufträge nicht fest vergeben, sondern erstmal die Preise mittels Ausschreibung ermittelt.
Zum Zuge kommen eine ganze Reihe von SAP-Spezialisten und "Body-Leasern". So Runtime Services, Fincons Group, ASP Inteco, BCB, Advanis, ConVista, Novo Business Consultants, Swisscom, Itesys, Starcons, GHR Global Human Resources, itelligence, inpeek und Proconsult.
Zudem hat der Bund 15 so genannte "IT-Personalverleih-Partnerschaften" vergeben. Einige Gewinner gehören zu den oben erwähnten Firmen, zum Teil sind es spezialisierte Personalverleiher wie Harvey Nash oder Wistar.
Auffallend sind die teilweise sehr unterschiedlichen Angebote der Gewinner. So verlangt Swisscom für ein Los von 10'800 Stunden von SAP-Security-Beratern 2'214'000 Franken, Fincons nur 1'620'000 Franken. Doch auch in diesem Punkt muss man bei der Interpretation vorsichtig sein, denn wir kennen die Qualifikationen der angebotenen Fachleute nicht. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

Verwaltungsverfahren beim Bund werden vereinfacht

Für digital eröffnete Verfügungen ist neu keine qualifizierte elektronische Signatur mehr notwendig. Eine komplizierte Geschichte, die aber vieles leichter macht.

publiziert am 19.5.2022
image

Berns Microsoft-365-Zug rollt

Die Stadt Bern zementiert den Microsoft-Kurs. Jetzt sind der Dienstleister für die MS-365-Einführung gewählt und die MS-365-Lizenzen für die Schulen gekauft worden.

publiziert am 18.5.2022
image

Bund will die Landwirtschaft digitalisieren

Es geht nicht um VR für Kühe oder digitale Milch, sondern um den Aufbau eines Kompetenzzentrums für digitale Transformation im Agrar- und Ernährungssektor.

publiziert am 18.5.2022
image

Der Bundesrat macht das NCSC zum Bundesamt

Bis Ende Jahr soll klar sein, wie das Bundesamt für Cybersicherheit ausgestaltet und in welchem Departement es angesiedelt sein soll.

publiziert am 18.5.2022