So viel kostet das SAP-Projekt der UNO

4. September 2009, 15:25
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Neues ERP-System soll 1'400 Insel-Lösungen ersetzen und den Workflow innerhalb der UNO drastisch verbessern, kostet aber 370 Millionen Dollar.

Neues ERP-System soll 1'400 Insel-Lösungen ersetzen und den Workflow innerhalb der UNO drastisch verbessern, kostet aber 370 Millionen Dollar.
Die Ablösung der veralteten IT-Infrastruktur kommt die Vereinten Nationen (UNO) teuer zu stehen. Wie aus einem Budgetentwurf der UNO hervorgeht, kostet die Ablösung der rund 1'400 Insellösungen durch ein neues vollintegriertes ERP-System fast 370 Millionen Dollar. Einer der Nutzniesser des Projekts mit dem Namen "Umoja" ist der deutsche Softwarehersteller SAP, der Generalauftragnehmer für die ERP-Lösung werden soll. Die Entscheidung zu Gunsten von SAP ist zwar bereits im Januar gefallen, allerdings sei man noch in Verhandlungen über die Vertragsdetails.
Interessant ist ein von der amerikanischen Newssite 'Fox News' publiziertes PDF-Dokument, dass das ERP-Projekt im Detail beschreibt. Danach soll das Projekt gesamthaft 336'990'400 Dollar kosten. Aufgeschlüsselt ergeben sich so bis Ende 2013 folgende Budgetposten:
- Migrationsarbeiten: 110 Millionen Dollar
- Consultants, Systemintegration und Schulung: 170,493 Millionen Dollar
- Reisekosten: 672'100 Dollar
- Raummieten: 14,514 Millionen Dollar
- Büroumzüge: 5,205 Millionen Dollar
- Kommunikation: 1,935 Millionen Dollar
- Büroausstattung: 2,859 Millionen Dollar
- IT-Equipment: 399'500 Dollar
- Software-Lizenzen: 29,119 Millionen Dollar
- Software-Unterhalt: 1,193 Millionen Dollar
- Büromaterial: 451'500 Dollar
Bei den Vereinten Nationen sind gemäss dem Bericht zu Handen des Generalsekretärs derzeit über 1'400 IT-Insellösungen im Einsatz. Dazu kommt, dass fast jede dieser Standalone-Lösungen ihre eigene Finanzabwicklung, Personalplanung, Beschaffung und Statistik haben.
Eindrücklich aufgezeigt wird im vorliegenden PDF auch, welche Prozessabläufe bei den Vereinten Nationen dringend modernisiert werden müssen. So beruhe eine grosse Zahl von administrativen Prozessen noch auf Vorlagen aus den 40er- und 50er-Jahren, unterstützt von Technologien aus den 80er- und 90er-Jahren. Bis ein neu angestellter Mitarbeiter seine Arbeit antreten kann, benötigen die Vereinten Nationen derzeit offenbar rund 60 Tage, um den Papierkrieg zu erledigen. Kaum mit der Arbeit angefangen, muss der Mitarbeitende 12 (Papier-) Formulare ausfüllen, wovon auf mehreren dieselben persönlichen Angaben verlangt werden. Ganze 26 Tage benötigt die Personalabteilung zudem, um die Daten des neuen Mitarbeitenden zu erfassen und seine Lohnzahlungen zu genehmigen.
Auch an anderer Stelle sieht es nicht viel besser aus. So sind rund 60 Vollzeitstellen nötig, um Reisekostenabrechnungen manuell zu bearbeiten und sie danach in den verschiedenen Computersystemen zu erfassen. (Tom Brühwiler)

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