So wird das Channel-Jahr 2020: Folge 1

27. Dezember 2019, 09:00
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Geranien-as-a-Service und gehackte Melkmaschinen.

Geranien-as-a-Service und gehackte Melkmaschinen
Vermutlich bereits im Juni – spätestens aber im August 2020 – gründet sich im Glarner Klöntal, inspiriert durch die Glarner "Digital-First"-Strategie, in einem Schober der erste Managed-Services-as-a-Service-Anbieter (MSaaS/gemanaged). Er nennt sich GlaMaSe (inside-channels.ch schreibt den Namen, nach ausufernden redaktionsinternen Debatten zu Grammatik und Ästhetik, fortan in Kleinbuchstaben).
Kunden müssen künftig nicht mehr wissen, was sie eigentlich brauchen und wofür sie die Lösung einsetzen wollen oder müssen. Egal ob Printing, Workplace, Netzwerk, VPN, Security oder das Giessen der Geranien, der MSaaS/g-Provider Glamase verspricht schlicht alles abzudecken. Das Versprechen aus dem Heuschober: "Sie schalten das Hirn aus, wir halten den Rest am Laufen".
Die Preisstruktur ist eine Kombination aus Monatsgebühr und Preis-pro-Einheit. Zudem verspricht Glamase bei Schäden Nachlass zu gewähren. Welkt eine Geranie wird ein Rabatt gewährt, der sich aus der Höhe des emotionalen und des materiellen Schadens zusammensetzt. Das ist laut Glamase bei Geranien deutlich einfacher zu berechnen als im Falle eines Cyber-Vorfalls im Glarner Ratshaus.
Bereits knapp einen Monat nach Gründung der Firma kommt es zum ersten Streitfall: Bauer Jörg Blütscher hat, wie von Glamase gepriesen, sein Hirn ausgeschaltet und sich gar nicht mehr um seine Kühe gekümmert. Allerdings, so argumentiert der 73-Jährige vor dem kantonalen Obergericht, habe er nicht damit gerechnet, dass seine brandneuen Melkmaschinen ans Internet angeschlossen würden. Denn dies habe wiederum eine finstere Bande von mutmasslich russischen (eventuell auch Nidwalder) Hackern auf den Plan gerufen. Diese hätten schliesslich seine Melkmaschinen mittels Ransomware verschlüsselt und eine Lösegeldforderung von drei Bitcoins über den Display geschickt. In den Worten Blütschers: "Dr Russ isch halt tschuld, der gfräässig fuul und feisst".
Dies wäre noch zu klären, die Kühe zu bemelken und der Schaden zu begleichen gewesen, wie Glamase-Chef Kurt Hagelstein vor Gericht beteuert. Dumm nur, dass in der Aufregung das Gesamtpaket nicht bedient wurde: Neben den welken Geranien, wurde auch das Auto nicht mehr betankt, das Bett nicht mehr bezogen und schliesslich die Katze nicht mehr gefüttert. Diese, Blütschers Cinderella, ist mittlerweile verschollen.
Der Bauer macht einen emotionalen Schaden in Millionenhöhe geltend. Hagelstein schliesst noch im September sein so hoffnungsvoll gestartetes Unternehmen im Schober neben Blütschers Bauernhof. Er trägt die Idee aber noch im Herzen und plant spätestens 2021 den Service Turn- und Gesangsvereinen in der ganzen Schweiz anzubieten. Mit dem neuem Slogan: “Lassen sie ihr Hirn an, wir kümmern uns um den Rest.” (ts)

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