SoftM spricht viel von Semiramis und wenig von Greenax

2. März 2007, 15:25
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Erstaunliche Neukunden-Meldungen für die kürzlich fast untergegangene Lösung Semiramis.

Erstaunliche Neukunden-Meldungen für die kürzlich fast untergegangene Lösung Semiramis.
Der deutsche Software-Hersteller und Systemintegrator SoftM hat heute an einer Pressekonferenz in München die "partielle Neupositionierung" seines Lösungsportfolios vorgestellt. SoftM hat bekanntlich im Dezember die "ERP II"-Lösung Semiramis vom gleichnamigen, konkursiten österreichischen Hersteller übernommen. Damit vertreibt SoftM nun gleich drei ERP-Lösungen, nämlich die eigene AS/400-Lösung SoftM Suite, der Bison-Abkömmling Greenax und eben Semiramis. Greenax wie auch Semiramis sind beide mit Java gebaut und segeln unter dem Begriff "ERP II".
SoftM will nun Semiramis selbst weiter entwickeln, während die Verantwortung für die Weiterentwicklung von Greenax bei der Surseer Bison Solution liegen wird. Als SoftM und Bison Solution vor gut einem Jahr Greenax ankündigten, sprach man noch davon, dass SoftM zusätzliche Funktionsanforderungen und Anwendungskonzepte für Greenax entwickeln würde.
Greenax wird nun von SoftM "in den Bereichen Stahl- und Agrarhandel sowie bei Unternehmen mit Fokus CRM positioniert." Im Nahrungs-, Genussmittel- und Kleider-Handel sowie bei allen Produktionsbetrieben wollen die Deutschen hingegen Semiramis anpreisen. Das Schweizer Produkt eigne sich hingegen besonders gut für grössere Unternehmen, die eine "java-basierte Entwicklungsplattform" wollen. Bereits auf der Cebit will SoftM aber "Greenax Finance" zeigen, das dann ab August verfügbar sein soll.
"Mittelfristig" dann, will SoftM auch eine neue Finanzlösung für Semiramis entwickeln und dabei auf "Greenax Finance" aufbauen. Semiramis setzt heute noch Finanzsoftware der Infor-Tochter Varial ein.
Erstaunliche Neukunden für Semiramis
Gleichzeitig meldete SoftM eine Reihe von neuen Kunden für die im Markt seit dem Konkurs des Herstellers umstrittene Lösung Semiramis. So haben sich gemäss dem Hersteller ein deutscher Maschinenbauer und ein Anbieter von IP-Telefonielösungen für Semiramis entschieden. In der Schweiz konnte der Thurgauer Semiramis-Partner A-MEA die Abteilung Maschinen-Ingenieurwissenschaften des renommierten Paul Scherrer Instituts für die Lösung gewinnen.
Von Kundengewinnen für das vor einem Jahr lancierte Bison-Produkt Greenax ist hingegen nicht die Rede. Auf der Webseite von Greenax findet sich als Referenz nur der Blumengrosshändler Novaflor, der bereits im April 2004 als Neukunde für Bison Solutions genannt worden war. Ein weitere Kunde, der aber nur den Data Integrator von Greenax einsetzt, wurde letzten Juli angekündigt, ein dritter im November.
Von Greenax war heute Morgen, wie wir den Presseunterlagen entnehmen, nur wenig die Rede. Die deutsche Zeitschrift 'Computerwoche' titelt denn auch "SoftM sagt Greenax leise servus". Von SoftM war heute leider niemand für eine Stellungnahme erreichbar. (Christoph Hugenschmidt)

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