Software-Entwicklung: Druck auf Requirements Engineering steigt

9. April 2014, 14:27
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Umfangreiche Schweizer Untersuchung beschäftigt sich mit dem Stand der Dinge in Requirements Engineering, Agile Entwicklungsmethoden und Testing.

Umfangreiche Schweizer Untersuchung beschäftigt sich mit dem Stand der Dinge in Requirements Engineering, Agile Entwicklungsmethoden und Testing.
Bereits zum sechsten Mal haben die Universität St. Gallen zusammen mit dem Zürcher Beratungshaus SwissQ den Stand der Dinge in der Software-Entwicklung in der Schweiz untersucht. Rund 500 Personen mit unterschiedlichem Hintergrund haben sich an einer Webumfrage beteiligt. Zusätzlich wurden 25 Interviews geführt. Der 52-seitige, lesenswerte Report kann hier bestellt werden. Er zeigt auf, wo im Schweizer Software-Gewerbe der Schuh drückt.
Drei wichtige Aspekte der Software-Entwicklung werden untersucht: Requirements Engineering (RE), Agile und Testing. Die wichtigste Erkenntnis: Während Software-Testen in der Schweiz unterdessen mehr Gewicht erhalten hat und professionalisiert worden ist, erhöht sich der Druck auf das noch junge Metier des oder der Requirements Engineers.
Immerhin 46 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die Reife ihres Requirement Engineerings als "mittelmässig" oder sogar als schwach (10,7 %). Dies obwohl mehr als die Hälfte (51,8 %) RE als für den Erfolg des Unternehmens "strategisch" einschätzt und weitere 20 Prozent es als "wichtigen Faktor für verlässliche Software" definiert.
Interessant ist auch der Blick auf die Gründe, warum Anforderungen an eine neu zu bauende Software ungenügend ausgefallen ist. Am meisten Nennungen erhalten "Missveständnisse in der Kommunikation" (53 %), "Stetig wachsende oder ändernde Anforderungen" (47 %), "falsche oder keine Priorisierung" (38 %), "unvollständige Quellen als Basis" (37 %) und "zu wenig Zeit für RE vorhanden" (36 %).
Erstaunlich auch, dass relativ wenig Technik für das Erstellen der Spezifikationen verwendet wird. Auf Platz 1 der verwendeten Technik sitzt "Natürliche Sprache" (54 %), auf Platz 2 "Use Cases" (48 %) und auf Platz 3 "Prototypen, Mockups" und ähnliches (40 %). Danach folgen in der Rangliste der RE-Techniken "Handskizzen und Flipcharts", Aktivitätsdiagramme, "User Stories" und "Use Case Diagramme". Die am meisten eingesetzten Tools sind übrigens Office, gefolgt von Vision und Papier und Bleistift.
Wie jung die Disziplin "Requirements Engineering" ist, zeigt auch die relativ geringe Zufriedenheit der Unternehmen mit den Fähigkeiten der RE-SpezialistInnen. Ein Drittel der Unternehmen ist unzufrieden. Am meisten kritisiert wird die mangelnde Erfahrung beim Umgang mit Tools, schlechte Workshop-Moderation und mangelndes Methodenwissen.
Der Bericht behandelt eine ganze Reihe weiterer Aspekte der Software-Entwicklung und stellt die Situation bildlich mit klaren Grafiken dar. So wird aufgezeigt, wo die Befragten am meisten Verbesserungspotential bei der Erarbeitung von Anforderungen sehen. (Siehe Grafik oben). (hc)

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