Software-Industrie: Gewinn hält mit Umsatz nicht mit

31. Oktober 2013, 15:41
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Die Schweizer Software-Industrie zeigte auch im ersten Halbjahr 2013 seriöses Wachstum. Doch die Entwicklung des Gewinns und die Anzahl Mitarbeitenden hält nicht mit. Nur eine Momentaufnahme?

Die Schweizer Software-Industrie zeigte auch im ersten Halbjahr 2013 seriöses Wachstum. Doch die Entwicklung des Gewinns und die Anzahl Mitarbeitenden hält nicht mit. Nur eine Momentaufnahme?
Der Schweizer Software-Industrie geht es weiterhin gut, wie die neueste Ausgabe des Swiss Software Industry Index (SSII) zeigt. Dieser wird halbjährlich durch das Berner Beratungshaus Sieber & Partners mit einer Webumfrage erhoben und durch uns unterstützt. Über 100 Schweizer Software-Hersteller haben teilgenommen.
Im ersten Halbjahr 2013 konnte die helvetische Codier-Zunft ihren Umsatz im Schnitt um sieben Prozent steigern. Damit zeigt die Software-Industrie ein schönes, stabiles Wachstum: Schon im 1. Halbjahr 2012 hatte sie um sieben Prozent zugelegt.
Bohrt man im Bericht zum neuesten SSII etwas tiefer, sehen die Zahlen nicht mehr ganz so rosig aus. Der Gewinn auf EBIT-Stufe stieg im Schnitt "nur" um vier Prozent, bei Herstellern von Standard-Software (wie betriebswirtschaftliche Lösungen) sogar nur um zwei Prozent. Wir glauben, dass "Cloud Computing" dafür schuld ist. Hersteller von Standard-Lösungen müssen sich beeilen, eine SaaS-Version (Software-as-a-Service) auf den Markt zu werfen. Das ist teuer und erfordert hohe Investitionen, die am Gewinn nagen. Auch die Anzahl der Beschäftigten (+ drei Prozent) wuchs nicht im Gleichtakt mit dem Umsatz.
Das Jahresende wird gut
Die Kennzahlen, die auf die Zukunft deuten, sehen positiv aus. Die Zahl neuer Leads (+ 8 %), beim Offertvolumen (+ 9 %), dem Wert der neuen Aufträge und beim Auftragsbestand (beide + 7 %) deuten auf anhaltend guten Geschäftsgang im zweiten Halbjahr 2013 hin.
Prism-Skandal bisher ohne Auswirkungen
Etwas naiv war hingegen unsere Frage, ob sich der NSA-Skandal positiv auf den Geschäftsgang der Schweizer Software-Hersteller ausgewirkt habe. Fast alle (90 %) haben noch keine (positiven) Auswirkungen bemerkt.
Man glaubt aber, der Skandal werde den Siegeszug des Cloud-Computings etwas bremsen. Die Nachfrage nach Cloud-Lösungen werde kurzfristig sinken, glauben 43 Prozent der Umfrageteilnehmer. Und 20 Prozent glauben sogar, der NSA-Skandal werde die Nachfrage nach Cloud-Lösungen nachhaltig sinken lassen.
Immerhin: Fast ein Drittel (29 %) der Umfrageteilnehmer glaubt, der NSA-Skandal werde ausschliesslich positive Auswirkungen auf die Schweizer Software-Hersteller haben.
Die neue Ausgabe des 'Swiss Software Industry Index' wird Umfrage-Teilnehmern kostenlos zur Verfügung gestellt. Ansonsten kann die detaillierte, 25-seitige Präsentation mit den wichtigsten Erkenntnissen aus der Umfrage kann für 297 Franken (exkl. MWSt) bei Sieber&Partners bestellt werden. (Christoph Hugenschmidt)

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