Software-Lizenzpuff bei Schweizer Unternehmen?

18. Januar 2011, 06:46
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Nur wenige Unternehmen treffen beim Softwarelizenkauf voll ins Schwarze, sagt der Lizenzhändler Insight.

Nur wenige Unternehmen treffen beim Softwarelizenkauf voll ins Schwarze, sagt der Lizenzhändler Insight.
Gemäss einer Analyse des grossen Software-Lizenzhändlers Insight scheinen Unternehmen in Europa ziemlich Mühe dabei zu haben, ihren Softwarebestand richtig zu lizenzieren. Laut den Aussagen von Insight hat insgesamt nur eine kleine Minderheit genau den richtigen Lizenzstand. Die der Analyse zugrunde liegenden Zahlen stammen aber nicht von den Unternehmen selbst, und Insight hat den Lizenzbestand auch nicht von unabhängigen Experten prüfen lassen. Stattdessen wurden die Insight-Berater in den jeweiligen Ländern selbst befragt. Die Zahlen spiegeln also vor allem den Eindruck der Insight-Experten von der Lizenzsituation in den jeweiligen Ländern wieder.
In der Schweiz sollen nach dieser Einschätzung je drei Viertel aller Unternehmen entweder zu viel oder zu wenige Lizenzen besitzen, obwohl 90 Prozent der Firmen eigentlich versuchen, den Empfehlungen von Herstellern und Systemhäusern zu folgen. (Das gleiche Unternehmen kann für eine Software zu viel und für eine andere Software zuwenig Lizenzen besitzen.) Die Schweiz liegt damit hinter Deutschland und Österreich (beide je 90 Prozent in beiden Kategorien) in der Spitzengruppe unter den untersuchten Länden in Sachen Fehllizenzierungen. Einigermassen gut beim Lizenzkauf scheinen eigentlich nur die Skandinavier zu sein, wo lediglich je ein Fünftel der Unternehmen über- oder unterlizenziert sein sollen.
Während sich in den genannten Ländern Über- und Unterlizenzierungen die Waage halten, gibt es in anderen Ländern laut Insight auch grosse Unterschiede. So sollen in Grossbritannien, den Benelux-Ländern sowie vor allem Russland deutlich öfter zu wenig Lizenzen gekauft werden. Viel zu wenig knausrig scheint man dagegen beim Softwarekauf in Frankreich und Spanien vorzugehen, wo nur je 10 Prozent der Unternehmen zu wenig, aber je 90 Prozent zu viel Lizenzen besitzen sollen.
Wenig Interesse an SAM
In der Schweiz, so führt Insight aus, habe die hohe Zahl der Fehllizenzierungen viel mit der Intransparenz der eingesetzten Programme sowie des Lizenzierungsvorgangs zu tun. Verstösse werden derzeit nicht strafrechtlich verfolgt und der Hauptgrund für Kunden, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sei entsprechend finanzieller Natur.
Ein Mittel gegen Fehllizenzierung, das immer mehr Lizenzspezialisten gerne als Dienstleistung an ihre Kunden bringen würden, ist "Software Asset Management" (SAM), beziehungsweise Hilfe bei oder gleich die komplette Übernahme der Lizenzverwaltung. In der Schweiz ist das Interesse der Kunden an SAM aber laut Insight beschränkt, auch im Vergleich zu anderen Ländern: Nur rund ein Viertel der Unternehmen beschäftigen sich laut Insight mit dem Thema und nur fünf Prozent der Insight-Kunden haben ein ensprechendes Projekt durchgeführt. In Deutschland beispielsweise beschäftigen sich laut Insight drei Viertel der Unternehmen damit und 20 Prozent haben bereits ein Projekt durchgeführt. Ähm....Viel genützt scheint es aber, so müsste man dann angesichts der anfänglich aufgeführten Zahlen feststellen, bisher auch nicht zu haben. (Hans Jörg Maron)

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