Software: "Piraterierate" konstant, "Schaden" steigt, Schweiz brav

15. Mai 2007, 10:50
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Rund ein Viertel der in der Schweiz eingesetzten Software ist gemäss BSA illegal.

Rund ein Viertel der in der Schweiz eingesetzten Software ist gemäss BSA illegal.
Die Business Software Association (BSA), eine Vereinigung der grossen Softwarehersteller, beauftragt jährlich das Marktforschungsinstitut IDC mit einer weltweiten Schätzung der "Piraterierate", des Anteils von nicht korrekt lizenzierter Software, der auf den PCs der Anwender läuft.
Im letzten Jahr, so IDC sei dieser Anteil letztes Jahr zum dritten Mal in Folge auf gleicher Höhe geblieben, und zwar bei weltweit gesehen 35 Prozent. In der Schweiz sei er 2006 gegenüber 2005 ganz leicht von 27 auf 26 Prozent gesunken. Die Schweiz kann sich damit, auf gleicher Höhe mit Österreich, in die Liste der braven Länder mit niedriger Piraterierate einreihen. Ein bisschen böser geworden (aber immer noch brav) sind die Deutschen, deren Piraterierate gemäss IDC von 27 auf 28 Prozent gestiegen sein soll.
Ganz oben in der "Piratenrangliste" der BSA stehen dieses Jahr Länder der ehemaligen Sowjetunion wie Armenien (95 Prozent) oder Aserbaidschan und Moldawien mit je 94 Prozent.
Trotz konstanter Piraterierate, so schliesst IDC aber, sei aufgrund des weltweit steigenden Umsatzes mit Software der für die Hersteller entstandene "Schaden" proportional gewachsen, und zwar um 5 Milliarden Dollar auf 39,6 Milliarden Dollar weltweit. Ein Großteil dieses Zuwachses sei in den wachstumsstarken Staaten Brasilien, Russland, Indien und China zu verzeichnen: Trotz der in diesen vier Ländern sinkenden Piraterierate sei der Wert illegaler Software um 3,2 Milliarden auf über 10 Milliarden Dollar gestiegen und mache damit über ein Viertel des weltweiten Gesamtschadens aus.
Kontroverse Methoden
Die Methoden, mit denen das Marktforschungsinstitut zu seinen Software-Piraterie-Schätzungen gelangt, wurden von Kritikern (zu denen ehrlicherweise auch wir gehören) schon oft diskutiert. Hier zu Ihrer Beurteilung ohne Kommentar die Originalbeschreibung der Methodik durch die BSA: "Die BSA untersucht die weltweite Entwicklung der Softwarepiraterie seit 1994 und greift in diesem Jahr zum vierten Mal auf das Fachwissen der IDC zurück. Die „Fourth annual BSA and IDC global software piracy study“ analysiert den Anteil und den Wert unlizenziert eingesetzter Software in 102 Ländern weltweit. Dabei geht sie von der Zahl der verkauften Computer in einem Land aus, für die in jedem Markt ein durchschnittlicher Softwarebedarf ermittelt wird. Dazu greift die IDC auf ihre Spezialisten vor Ort zurück. Der Vergleich mit der in diesem Land legal erworbenen Software ergibt somit den Anteil von Raubkopien, die zum Einsatz kommen. Open Source-Produkte und Freeware werden dabei als legal eingesetzte Software berücksichtigt." (Hans Jörg Maron)
(Bild: Die BSA-Zahlen geben uns immerhin immer wieder einen Vorwand, ein hübsches Piratenschiff abzubilden. Dieses stammt vom amerikanischen Künstler Oscar Theodore Jackman.)

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