Softwareabschreiber vernichtet Ingram-Gewinn

31. Juli 2015 um 12:36
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Der Disti-Riese gibt seinen Plan, ein globales ERP einzuführen, auf.

Der Disti-Riese gibt seinen Plan, ein globales ERP einzuführen, auf.
Der global tätige Distributionsriese Ingram-Micro hat eigentlich im zweiten Quartal seines aktuellen Geschäftsjahrs, das für Ingram am 4. Juli endete, recht gute Geschäfte gemacht. Der Umsatz sank zwar in Dollar gerechnet um drei Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar, wenn man den gestiegenen Dollarkurs ausblendet, wäre er aber um fünf Prozent gestiegen. Der Distributor konnte zudem seine Marge etwas steigern, so dass ohne Sondereffekte der operative Gewinn und der Reingewinn sogar leicht gestiegen wären, letzterer um zwei Prozent auf 88 Millionen Dollar.
Allerdings gab es eben Sondereffekte: Ingram hat ein langjähriges Projekt zur Einführung eines global einheitlichen ERP-Systems aufgegeben. Dies führte zu einem Abschreiber auf der dafür intern entwickelten Software in der Höhe von 116 Millionen Dollar. Unter dem Strich musste Ingram Micro deshalb einen Verlust von 34 Millionen Dollar verbuchen.
Ingram Micro begann vor rund sieben Jahren damit, schrittweise global ein einheitliches SAP-basiertes ERP-System einzuführen. Im Laufe dieser Zeit, so schreibt Ingram im aktuellen Quartalsbericht, habe sich das Unternehmen aber deutlich stärker diversifiziert. Dies hätte wohl auch die Vereinheitlichung des ERP wesentlich komplexer und teurer gemacht, als ursprünglich geplant, glaubt inside-channels.ch. Laut Ingram ermöglichen es zudem neue Technologien heutzutage, auch Legacy-Systeme und unterschiedliche Applikationen in einer modularen Architektur zu verbinden. Dadurch könnten auch die Legacy-Systeme nun Teil einer flexiblen und effizienten Lösung sein.
Nach reiflicher Überlegung sei man daher zum Schluss gekommen, dass eine Strategie der "kombinierten Systeme" flexibler und wirtschaftlicher sei und letzlich auch besser zu einem sich schnell verändernden Business-Modell passe. (Hans Jörg Maron)

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