Softwareflop bei Aargauer Familiengerichten

16. September 2013, 15:00
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Nach wenigen Monaten müssen die Familiengerichte, die mit einer eigenen Lösung starteten, auf die normale Software der Aargauer Gerichte umsteigen.

Nach wenigen Monaten müssen die Familiengerichte, die mit einer eigenen Lösung starteten, auf die normale Software der Aargauer Gerichte umsteigen.
Nur wenige Monate nachdem die neuen Familiengerichte im Kanton Aargau Anfang dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen haben, müssen sie bereits auf eine neue Softwarelösung umstellen, wie das Regionaljournal Aargau Solothurn des Schweizer Radios berichtet, der sich im Besitz der Kantone Zürich und St. Gallen befindet. Auf unsere entsprechende Anfrage hin erkärte Nicole Payllier, die Sprecherin der Aargauer Gerichte, dass man den Namen des Lieferanten der bisher verwendeten Software zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen könne.
Wie Payllier dem Regionaljournal sagte, müssen nun rund 10'000 Akten in das neue Juris-System eingegeben werden - und zwar von Hand. Dafür seien eigens rund 15 Leute angestellt worden, welche die Daten nun übertragen. Wie lange dies brauchen wird, könne noch nicht abgeschätzt werden.
Laut dem Radiobericht fiel der Entscheid zur Umstellung Mitte Jahr. Nicole Payllier erklärte gegenüber dem Regionaljournal, dass die Übertragung der bestehenden Akten in das System, das nun wieder abgeschafft wird, "reibungslos geklappt" habe. Inzwischen hätten sich aber "zusätzliche Bedürfnisse" ergeben. Vor die Wahl gestellt, ob man diese mit der bisherigen Software oder mit Juris erfüllen wolle, habe man sich für letzteres entschieden. Bereits im Frühling berichteten das Radio und die 'Aaargauer Zeitung' allerdings von grossen Problemen mit der neuen Software. Diese sei zu spät geliefert worden und habe grosse Kinderkrankheiten und Leistungsprobleme aufgewiesen.
Die Familiengerichte im Kanton Aargau, die Fälle im Bereich Kinder- und Erwachsenenschutz berarbeiten, sind eine in der Schweiz einmalige Einrichtung. Als die neuen Gerichte loslegten, mussten sie laut früheren Berichten nicht nur rund 9000 bestehende Dossiers übernehmen, sondern wurden auch von einer unerwartet hohen Zahl von neuen Fällen überflutet. (hjm)

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