Softwareone wächst in allen Bereichen

16. September 2020, 11:57
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Der Stanser Konzern profitiert vom Homeoffice-Boom und vor allem Services nahmen im H1 zu. Anleger zeigen sich dennoch enttäuscht.

Der Stanser Börsenneuling Softwareone zeigt sich geschäftlich von der Corona-Krise wenig beeinflusst. Der Gesamtertrag stieg im ersten Halbjahr auf 4,09 Milliarden Franken (+ 4,4%). Der Bruttogewinn nahm um 4,3% zu und stieg auf 370,8 Millionen Franken.
Der wichtigste Geschäftsbereich, Software & Cloud, steigerte den Bruttogewinn um 0,9% auf 274,6 Millionen Franken. Das Unternehmen erklärt dazu, dass man vom Homeoffice profitieren konnte, insbesondere bei UCC-Technologien. Auch das Microsoft-Geschäft habe sich gut entwickelt. Im Multi-Vendor-Geschäft sei ein gesundes Wachstum verzeichnet worden, was auf "starke Renewals und eine wachsende Nachfrage nach Microsoft-Software und Cloud-Produkten für Unternehmen und KMU zurückzuführen ist", so Softwareone.
Das Geschäft sei allerdings im KMU-Bereich nicht wie gewünscht verlaufen. "Umsatz und Bruttogewinn wurden durch die relativ höhere Abhängigkeit von Softwareone vom Einkauf durch KMU negativ beeinflusst".
Darüber hinaus wirkte sich die Umstellung auf "Pay-as-you-go"-Abonnements für Microsoft 365 und Azure negativ auf die Ergebnisse aus, da weniger Einnahmen im Voraus verbucht wurden und Anreizstrukturen an den Verbrauch/Nutzung gekoppelt sind, wie der Konzern festhält. Langfristig gesehen sei dies aber positiv zu bewerten.

Unterschiedlicher Corona-Einfluss

Aber auch das Business mit anderen Software-Herstellern ist von Corona beeinflusst: Während die Firma bei unternehmenskritischer Software ein gesundes Wachstum bilanziert, sei bei projektbezogener Software in H1 2020 "eine gewisse Schwäche" zu konstatieren.
Ein starkes Resultat erzielte der Bereich Solutions & Services mit einem Bruttogewinnwachstum von rund 15%. Die Comparex-Integration zeige nun Früchte. Innerhalb des Bereichs zeigen sich aber auch Corona-bedingte Unterschiede: "Während Professional Services, die etwa 50% von Solutions & Services ausmachen, während des Covid-19-Umfelds einige Verschiebungen erfuhren, verzeichneten Managed Services starke Erneuerungen und Wachstum."
Beim EBITDA nach IFRS erzielte Softwareone einen um 7,7% gesteigerten Ertrag von 102,3 Millionen Franken, bereinigt wurden 120,0 Millionen erzielt. Unterm Strich verblieben 66,7 Millionen (-1%) und bereinigt lag der Gewinn bei 67,9 Millionen Franken (+ 3,5%). Die Bereinigungen stellen die Vorjahresergebnisse so dar, als habe die Comparex-Akquisition am 1. Januar 2019 stattgefunden. Sie wurde im Oktober 2018 publik.
Softwareone hatte per Ende Juni 333 Millionen Franken an Cash verfügbar und weist eine Eigenkapitalquote von einem Fünftel aus. Sowohl Aktienrückkäufe wie Übernahmen seien denkbar, so die Firma.

Weiteres Gewinnwachstum prognostiziert

Allen Unsicherheiten zum Trotz sei man gut aufgestellt, hält die Firma fest, sowohl beim Betriebsmodell, der globalen Reichweite wie auch beim Angebot. Dieter Schlosser, CEO von Softwareone, sagte: "Angesichts der aussergewöhnlichen Umstände im 1. Halbjahr 2020 freuen wir uns, insgesamt starke Ergebnisse mit einer Beschleunigung in unserem Solutions & Services-Geschäft berichten zu können. Auch unsere bereinigte EBITDA-Marge näherte sich ihrem mittelfristigen Ziel von 35%, was zeigt, dass unser Betriebsmodell funktioniert."
Entsprechend wurde auch der mittelfristige Ausblick bis zum Jahr 2022 bestätigt, der ein zweistelliges Gewinnwachstum prognostiziert.
Allerdings zeigten sich die Aktionäre wohl ob der Entwicklung des Bruttogewinns trotz verbesserter Profitabilität enttäuscht. Die Aktien verloren im Morgenhandel über 3%. Allerdings hat sich ihr Wert seit dem Beginn des Corona-Tiefs im März bis heute verdoppelt.

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