SoftwareOne wird noch stärker auf Wachstum getrimmt

17. August 2015, 15:40
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Mit Wachstumskapital sichert sich der amerikanische Investor KKR eine Beteiligung von 25 Prozent am grössten Schweizer Software-Händler.

Mit Wachstumskapital sichert sich der amerikanische Finanzinvestor KKR eine Minderheitenbeteiligung von 25 Prozent am grössten Schweizer Software-Händler.
Der US-Finanzinvestor KKR (früher Kohlberg Kravis Roberts) steigt mit einer 25-prozentigen Beteiligung bei der Stanser SoftwareOne ein. Konkretere Zahlen zum Deal wurden nicht bekannt gegeben. Sicher ist allerdings, dass der grösste Schweizer Software-Händler noch stärker als bisher schon auf Wachstum und Internationalisierung getrimmt werden soll. Man wolle das Business weiterentwickeln, was "unter anderem die Anstellung von zusätzlichen 3000 Mitarbeitern innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre" einschliesst, wie es in einer Pressemitteilung heisst. Zudem ist klar, dass die bisherigen vier Unternehmensgründer und Besitzer, Beat Curti, Daniel von Stockar, Patrick Winter und René Gilli, weiterhin die Mehrheit von SoftwareOne halten werden.
Zur neuen Aufteilung der Beteiligung war weder bei KKR noch bei SoftwareOne etwas in Erfahrung zu bringen. Aus dem Umfeld von KKR wurde verlautet, dass es sich bei diesem erst zweiten KKR-Projekt in der Schweiz um "Wachstumskapital" handelt. Im Juli 2014 hatte der Investor sich zu je 49 Prozent an den beiden Tochterfirmen von Ringier Digital, der Scout24 Schweiz und der Omnimedia, beteiligt.
Das frische Geld für SoftwareOne soll denn auch nicht nur in organisches Wachstum fliessen, sondern auch in weitere auch internationale Zukäufe. Konkrete Projekte könne man aber nicht nennen, dazu sei es derzeit noch zu früh, hiess es aus unternehmensnahen Kreisen. Bekannt ist jedoch, dass mit Johannes Huth, EMEA-Chef von KKR, und Jean-Pierre Saad, Direktor des europäischen Teams für Private Equity Technology von KKR, zwei Vertreter des Investors im Verwaltungsrat von SoftwareOne Einsitz nehmen.
SoftwareOne beschäftigt derzeit weltweit 2500 Mitarbeiter in 82 Ländern und managt in diesem Jahr für fünf bis sechs Milliarden Franken Software-Verträge, wie Beat Curti kürzlich der 'NZZ' sagte. Man sei in den letzten zehn Jahren immer zwischen 30 bis 40 Prozent aus eigenen Mitteln gewachsen, so Curti weiter. Er hielt vor drei Monaten ebenfalls fest, dass die Spezialisten für Software-Lizenzierung und -Beschaffung sowie Software Asset Management und Technologie- und Cloud-Services vorläufig keinen Börsengang anstreben. Ob das heute noch gilt, war bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung zu bringen. Aus Kreisen um die KKR war nämlich zu hören, dass langfristig ein Börsengang kein Tabu sei, KKR könne aber seine Beteiligung nach einiger Zeit auch wieder gewinnbringend verkaufen. Derzeit stehe hingegen der Ausbau des Geschäfts in drei Regionen auf der Agenda: So soll SoftwareOne in der Schweiz, Deutschland und Singapur, wo man bereits etabliert sei, Marktanteile gewinnen. Während man in den Ländern USA, England und Japan Ausbaupotential sehe und insbesondere in Brasilien, Indien und China stark wachsen wolle.
Jedenfalls dürfte es für den Schweizer Software-Händler ein grosser Erfolg sein, dass einer der weltweit führenden Investoren einsteigt. KKR verwaltete Ende Juni 2015 Vermögen von rund 101,6 Milliarden Dollar. In Deutschland, wo KKR derzeit in 15 Unternehmen mit 4,7 Milliarden Dollar engagiert ist, hatte es allerdings zuletzt heftige Kritik unter anderem wegen des Umgangs der KKR mit dem schwäbischen Küchengerätehersteller WMF gegeben. Das Traditionsunternehmen ist mit einer radikalen Verschlankungskur auf Wachstum getrimmt worden.
Ganz anders die Reaktionen aktuell am Stanser Hauptsitz von SoftwareOne: "Wir schätzen uns glücklich in KKR einen Partner gefunden zu haben, der unsere Unternehmensphilosophie und kulturellen Werte teilt", so Verwaltungsratspräsident Daniel von Stockar. Zudem ergänzt CEO Patrick Winter, dass man mit den Geldern der KKR eine "einmalige Chance" sehe, vom Wandel in der Software-Branche "zu profitieren und den Wert, den wir unseren Kunden bieten weiter zu steigern, insbesondere in den Gebieten Cloud und Value-Added-Services". Welche Auswirkungen und Konsequenzen sich mit dem frischen Geld in der Schweiz abzeichnen, war bis Redaktionsschluss von SoftwareOne ebenfalls nicht zu erfahren. (vri)

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