Softwarepanne: Tausende in Neuenburg ohne Heizung und Warmwasser

5. Januar 2021, 11:24
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Probleme bei der Steuerungsoftware führten zu einem Ausfall beim Energiekonzern Groupe E im Kanton Neuenburg. Techniker müssen nun Hausbesuche vornehmen.

Am 2. Januar gab Groupe E eine grössere Störung im Kanton Neuenburg bekannt. "Rund 4500 Heizungsanlagen im Kanton Neuenburg sind von dieser Störung aufgrund eines Problems mit der Steuerungssoftware betroffen. Der Ausfall betrifft elektrische Heizungen, Wärmepumpen und Warmwasserbereiter", hiess es auf der Website des Energiekonzerns.
Groupe E versorgt vor allem in den Kantonen Freiburg, Neuenburg, Waadt und Bern mehrere hunderttausend Einwohner und Privatkunden mit Energieleistungen. Das Unternehmen mit rund 2300 Mitarbeitenden und einem Umsatz 2019 von rund 700 Millionen Franken beteiligt sich aber auch in anderen Kantonen an Energieprojekten.

Techniker-Teams wurden aufgestockt

Groupe E begann noch am Wochenende mit der Zusammenstellung eines Techniker-Teams, das die Probleme bei allen Kunden vor Ort beheben sollte. Von anfänglich 180 wurde das Team dann gestern Montag auf 220 Techniker aufgestockt, die bis heute Dienstagnachmittag alle Haushalte in rund 20 Neuenburger Gemeinden aufsuchen sollten.
"Diese Techniker besuchten die betroffenen Standorte. Sie haben 75% der Installationen neu gestartet. Die restlichen 25% entsprachen den Orten, an denen niemand anwesend war. In diesem Fall wurde eine Visitenkarte hinterlassen, mit der Bitte, sich zu melden, um einen Termin zu vereinbaren", erklärte Nathalie Salamin, Leiterin der Kommunikation bei Groupe E, gegenüber 'Arcinfo' (Paywall).
Die genaue Ursache des Ausfalls sei noch nicht bekannt. Priorität habe zurzeit, die Störung zu beheben. "In einem zweiten Schritt werden wir versuchen zu verstehen, was genau passiert ist. War ein Lieferant beteiligt? Haben wir einen Fehler bei der Parametrierung gemacht? Wie es aussieht, wissen wir es nicht", so die Sprecherin weiter.

Hatte das System Probleme mit dem Jahreswechsel?

Dass es nur im Kanton Neuenburg zu einem Ausfall kam, habe damit zu tun, dass dort ein anderes System im Einsatz sei als etwa in Freiburg. Betroffen sei eine Art grosse Zentraluhr. "Diese ist ihrerseits mit den Uhren verbunden, die die Geräte ein- und ausschalten", sagte Salamin.
Laut 'ICT Journal' ist ein Jahreswechsel-Bug Schuld an der Störung. Die Anlagen der Groupe E, die zwischen 2000 und 2005 in Betrieb genommen wurden, seien nur für einen begrenzten Zeitraum bis Ende 2020 programmiert worden. Bei der Umstellung auf 2021 seien daher die Uhren stehen geblieben. Von der Störung sei nur ein Gerätemodell eines einzigen Herstellers betroffen.
Gorupe E sei nicht für die Wartung von eingebauter Spezialsoftware zuständig, sagt das Unternehmen dazu. "Wir werden eine Analyse machen, um die Verantwortlichkeiten zu klären."
Man habe nun auch viele Fragen zu einer möglichen Entschädigung erhalten: für entstandene Unannehmlichkeiten oder die Kosten für Heizungsmonteure, die von Kunden gerufen wurden. "Wir werden von Fall zu Fall eine Entschädigung vornehmen", erklärt das Unternehmen.

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