Solothurn aktualisiert die ICT-Strategie

23. Januar 2020, 14:17
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In der Stadt Solothurn soll die ICT-Steuerung neu aufgestellt und dafür eine eigene Stelle geschaffen werden.

In der Stadt Solothurn soll die ICT-Steuerung neu aufgestellt und dafür eine eigene Stelle geschaffen werden.
Einmal mehr hat sich der Gemeinderat der Stadt Solothurn mit einer Motion mit dem Titel "Verbesserung der ICT-Steuerung" beschäftigt. Diesmal wurde einstimmig beschlossen, mittelfristig die Stelle eines internen IT-Verantwortlichen neu zu schaffen, wie die 'Solothurner Zeitung' berichtet.
Das Traktandum geht auf eine 2017 eingereichte Motion zurück. Darin forderten Parlamentarier die Entflechtung von Kompetenzen und Verrechnungen zwischen der Stadtverwaltung und der Regio Energie Solothurn (RES) als derzeitigem ICT-Dienstleister. Weiter verlangten sie, mehr Transparenz zu schaffen und die fragmentierten und grösstenteils 20 Jahre alten und älteren Grundlagen und Dokumente der städtischen ICT zu aktualisieren. Kritisiert wurde in der Motion ausserdem, dass die Verantwortlichkeiten für den Betrieb und die Weiterentwicklung der ICT unklar seien.
Die Motionäre forderten deshalb in einem ersten Schritt innerhalb der Stadtverwaltung eine Stelle für die ICT der Stadt und ihrer Schulen zu definieren. Der Stelleninhaber solle "insbesondere die strategische Steuerung im ICT-Bereich" wahrnehmen, wie es hiess. Eine weitere Forderung lautete, in einem zweiten Schritt die "Vor- und Nachteile einer öffentlichen Ausschreibung der ICT-Leistungen" der Stadt zu überprüfen.
Diesen Forderungen ist nun im Kern entsprochen worden. Laut der Lokalzeitung erklärte Stadtpräsident Kurt Fluri bei der Beantwortung der Motion aber auch, dass bereits vor der Eingabe der Motion von Seiten der Rechnungsprüfungskommission und der Finanzkommission die Überprüfung der Organisationsstruktur und die Kosten der IT angemahnt worden sei. Diese Aufgabe sei im Sommer 2018 an die Berner IT-Berater CSP vergeben worden. Dort habe man die Aussagen der Motion bestätigt und das veraltete und historisch gewachsene Regelwerk, sowie die fehlende Transparenz der vereinbarten Leistungen und deren Verrechnung moniert.
Konkret habe CSP vorgeschlagen, eine moderne IT-Strategie zu definieren, den Konzessionsvertrag zwischen Stadt und RES neu zu verhandeln und eben die Stelle eines IT-Verantwortlichen zu schaffen. Darüber hinaus sei empfohlen worden, die IT bedarfsgerecht und kostenbewusst weiterzuentwickeln sowie basierend auf einem Marktvergleich einen geeigneten IT-Dienstleister zu ermitteln. Laut 'Solothurner Zeitung hat der Gemeinderat denn auch beschlossen, die Zusammenarbeit mit der RES neu zu definieren oder allenfalls einen neuen ICT-Partner zu suchen.
Aktuell arbeitet die RES als IT-Dienstleister der Stadtverwaltung. Die strategische Führung liegt bei einem Gremium zwischen Stadt und RES.

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