Sony BMG zahlt Strafen für Rootkit-Kopierschutz

20. Dezember 2006, 09:21
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    Rund 750'000 US-Dollar an Strafen und Gerichtskosten sowie Entschädigungen für die betroffenen User in Kalifornien und Texas hat Sony BMG es sich kosten lassen, um die Klagen zu seinem Rootkit-Kopierschutzsystem beizulegen.

    Rund 750'000 US-Dollar an Strafen und Gerichtskosten sowie Entschädigungen für die betroffenen User in Kalifornien und Texas hat Sony BMG es sich kosten lassen, um die Klagen zu seinem Rootkit-Kopierschutzsystem beizulegen. Während Kalifornier auf Nachweis zwischen 25 und 175 US-Dollar an Entschädigung erhalten können, werden Texaner mit Rootkit-freien Versionen ihrer CDs und kostenlosen Musikdownloads abgefunden.
    Ende 2005 war herausgekommen, dass sich auf insgesamt 52 CD-Titeln nicht nur die versprochenen Musiktitel, sondern auch die Digital Rights Management (DRM) Software XCP und auf 27 Titeln zudem die Kopierschutz-Lösung MediaMax befand. Die Programme nisteten sich vom Anwender unbemerkt auf dem Rechner ein und schickten Benutzerinformationen an Sony BMG. Zusätzlich erhöhten sie das Risiko für einen Befall durch andere Schadsoftware und waren erst mit einem auf Druck der Öffentlichkeit durch Sony bereitgestelltes Tool wieder zu entfernen.
    Neben den Zahlungen hat sich Sony BMG zudem verpflichtet CDs mit dieser Software zumindest in Kalifornien und Texas nicht mehr zu verkaufen. Nach Informationen des 'Register' soll in den nächsten zwölf Monaten des weiteren auf allen Verpackungen von Musiktiteln die "Zusatzsoftware" enthalten gut lesbare Hinweise zur Art der Programme, benötigten Speicherplatz so wie Inkompatibilitäten mit Geräten oder Speicherformaten angebracht werden. Ob das auch für Kunden ausserhalb der USA gilt, war vor Redaktionsschluss nicht in Erfahrung zu bringen. Sony Schweiz verwies inside-it.ch an die Kollegen in Übersee. Wir sind auf deren Antwort gespannt. (tm)

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