Sony rutscht in die Verlustzone

2. November 2011, 10:00
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Gewinn- in Milliardenverlust-Prognose verwandelt.

Gewinn- in Milliardenverlust-Prognose verwandelt.
War Sony im Juli 2011 noch von einem damals schon revidierten Jahresgewinn von 60 Milliarden Yen ausgegangen, rechnet der japanische Elektronikkonzern jetzt für das laufende Fiskaljahr bis 31. März 2012 mit einem Verlust in Höhe von 90 Milliarden Yen (rund 1,02 Milliarden Franken). Die Umsatzprognose wurde von 7,2 auf 6,5 Billionen Yen (73,4 Milliarden Franken) ebenfalls gesenkt. Begründet werden die neuen düsteren Zahlen unter anderem mit der starken Landeswährung, die auch andere japanische Hersteller drängt, immer grössere Teile der Produktion auszulagern.
Im zweiten Geschäftsquartal musste Sony nach einem Vorjahresgewinn von 31 Milliarden Yen einen Nettoverlust von 27 Milliarden Yen für sich verbuchen. Der Umsatz ist um 9,6 Prozent auf rund 1,6 Billionen Yen zurückgegangen, was der Konzern mit den Auswirkungen des schweren Erdbebens im März, der Flutkatastrophe in Thailand und mit schwachen LCD-TV-Verkäufen erklärt. Multiple Hackerangriffe auf das Firmennetz und der Klau von Kundendaten haben aber auch dazu beigetragen.
Ein Lichtblick scheint das Handy-Geschäft zu sein. Denn kurz vor der geplanten Auflösung des Joint Ventures Sony Ericsson und Freikauf der Schweden hat die Sparte nach einem Vorjahresverlust von 51 Millionen Euro mit einem Umsatz von 1,58 Milliarden Euro (-1,1 Prozent) eine glatte Null erwirtschaftet.
Die Schuldenkrise und die daraus folgende Verbraucherzurückhaltung beidseits des Atlantik hat die Consumer-Sparte schwer belastet. Der Umsatz ist hier im Vergleich zum Vorjahr von 889 Milliarden auf 779,7 Milliarden Yen geschrumpft, der operative Gewinn wandelte sich von einer Milliarde in einen Verlust von 34,6 Milliarden Yen um. Um die Nachfrage zu beleben, musste Sony bei LCD-Fernsehern mit den Wölfen heulen und sich dem Preisdruck beugen. Fürs Weihnachtsgeschäft wurde auch der Preis für die Playstation 3 gesenkt, zumal viele Gaming-Freunde schon auf die Playstation 4 warten.
Die Professional- und Lösungssparte inklusive B2B-Dienstleistungen, Halbleiter und Komponenten hat mit einem Umsatzeinbruch von fast 11 Prozent auf 373 Milliarden Yen ebenfalls gelitten. (kh)

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