Sony will Playstation-Network-Nutzer entschädigen

29. April 2011, 12:59
  • security
  • cyberangriff
image

Der japanische Unterhaltungselektronikriese Sony prüft --/frontend/insideit?_d=_article&site=ii&news.

Der japanische Unterhaltungselektronikriese Sony prüft nach dem Gigahack und der damit zusammenhängenden Abschaltung seiner Online-Dienste PlayStation Network und Qriocity, die Nutzer zu entschädigen. Der Konzern hatte die Netzwerke am 19. April vom Netz genommen und erst am 26. April darüber informiert, dass der Grund für die Abschaltung ein Hackerangriff gewesen ist, bei welchem persönliche Daten von bis zu 77 Millionen Kunden entwendet worden sind.
Gemäss einem Artikel im amerikanischen PlayStation-Blog prüft man nun, ob und wie man die Kunden für den Ausfall entschädigen wird. Man arbeite derzeit an einem "Wiedergutmachungsplan" und werde spezielle Events innerhalb der Spielecommunity durchführen. Ausserdem suche man derzeit nach Möglichkeiten "Wertschätzung für die ausserordentliche Geduld" der Kunden zu zeigen. Ob es sich dabei um finanzielle Entschädigungen handelt – immerhin ist ein Grossteil des PlayStation-Netzwerkes kostenlos nutzbar – wird sich allerdings noch zeigen müssen.
Waren die Kreditkartendaten verschlüsselt?
Konfusion herrscht darüber, ob Sony die Kreditkartendaten ihrer Kunden verschlüsselt abgespeichert hat, oder nicht. Während Sony betont, die Daten verschlüsselt zu haben, berichtet Kevin Stevens vom Antivirensoftware-hersteller Trend Micro, dass in einschlägigen Foren Kreditkartendaten von Sony angeboten würden. Rund 2,2 Millionen Kartennummern inklusive dem sogenannten CVV-Code auf der Rückseite der Karten sollen in die Hände der Hacker gelangt sein.
So oder so dürfte der Hackerangriff den Konzern teuer zu stehen kommen. Neben dem enormen Reputationsschaden kommen mögliche Entschädigungszahlungen auf den Konzern zu, falls mit erwiesenermassen bei Sony gestohlenen Kreditkartendaten Missbrauch betrieben wird. Die Nachrichtenagentur Reuters rechnet mit Gesamtkosten von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar. Auch die US-Kreditkartenfirmen würden inzwischen mit Kosten von rund 300 Millionen Dollar für die Herstellung und den Versand von neuen Kreditkarten rechnen, heisst es. Allerdings, so betonen die Kartenherausgeber Visa und Mastercard gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, gäbe es bisher keine Hinweise darauf, dass gestohlene Kreditkartendaten missbraucht wurden. Die Unternehmen raten ihren Kunden allerdings dringend, ihre Rechnungen auf Unstimmigkeiten zu prüfen. (Thomas Brühwiler)

Loading

Mehr zum Thema

image

Online-Betrüger: "Kommen Sie an unseren Branchenevent"

KMU und Private werden mit Phishing- und Betrugsmails bombardiert. Das NCSC hat alle Hände voll zu tun.

publiziert am 9.12.2022
image

Podcast: Lehren aus dem Drama um das Organspenderegister

Nach dem Ende des Registers von Swisstransplant bleibt vor allem Konsternation. Christian Folini und Florian Badertscher im Gespräch über Meldeprozesse für Lücken und heikle Datenbanken.

publiziert am 9.12.2022
image

Wilken nach Cyberangriff wiederhergestellt

Der ERP-Anbieter kann sein volles Portfolio wieder liefern. Kunden­daten sollen bei dem Hack keine abhandengekommen sein.

publiziert am 8.12.2022
image

Glutz nach Cyberangriff wieder im eingeschränkten Betrieb

Die Solothurner Firma wurde zum Ziel eines Ransomware-Angriffes. Spezialisten sowie IT-Forensiker arbeiten noch immer daran, die Systeme gänzlich wiederherzustellen.

publiziert am 8.12.2022