Soreco: "Wir sind kein Startup"

19. August 2015, 15:30
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Der neue und der alte Soreco-Besitzer über die Zukunft des nun kleinen Schweizer Software-Herstellers.

Der neue und der alte Soreco-Besitzer über die Zukunft des nun kleinen Schweizer Software-Herstellers.
Wie heute bekannt wurde, hat Axon Ivy den Schwerzenbacher Software-Hersteller Soreco an die beiden Kaderleute Walter Wyss und Claude Sieber Nun stösst Stefan Muffs Axon Active also auch noch die klassische Finanzlösung ab.
Hat Soreco als 30-köpfige Firma mit nur 12 Entwicklern in der Schweiz eine Zukunft? Renato Stalder, der die Firma vor exakt vier Jahren an Axon Active verkauft hat, ist davon überzeugt. Stalder: "Soreco kann problemlos weiterexistieren. Solange die Kunden sich zu Soreco bekennen, ist die Existenz von Soreco gesichert." Gemäss Stalder hat man vor dem Management-Buy-Out mit vielen Kunden gesprochen und sich deren Unterstützung gesichert. Ausserdem, so Stalder, sei die Finanzlösung heute technisch modern und es gebe sehr attraktive, neue Projekte, die demnächst ankündigt werden. Stalder, der noch 10 Prozent an Soreco besitzt und im Verwaltungsrat sitzt: "Axon hat kein Interesse daran, dass Soreco untergeht." Die Finanzlösung von Soreco sei besonders gut geeignet für Firmen, die in verschiedenen Branchen tätig sind und Finanzdaten konsolidieren müssen.
Hingegen sei klar, dass für einen Menschen wie Axon-Gründer Stefan Muff der Vertrieb einer Finanzlösung zu wenig Innovationspotential enthält, so Stalder. Axon wird sich künftig auf den weltweiten Vertrieb des BPM-Produkts Axon IVY konzentrieren.
Wyss: "Gute Chancen auf dem Platz Schweiz"
Walter Wyss, der zusammen mit Claude Sieber neunzig Prozent der Firma übernommen hat, betont: "Soreco ist kein Startup." Die Schwerzenbacher Software-Firma habe ein starkes Fundament aus bestehender Software, Kunden und Mitarbeitenden. "Die Mittel zur Weiterentwicklung der Firma stehen uns zur Verfügung," so Wyss.
Die grösste Gefahr für Soreco seien Kunden, die ERP- und Finanzlösung in einem einzigen System haben wollen. Doch man müsse sich vom ERP-Gedanken lösen. Soreco eigne sich zum Beispiel für Kunden, die Daten aus verschiedenen Systemen konsolidieren wollen. Axon, P&I und Soreco hätten gemeinsame Kunden, die man auch gemeinsam weiterentwickeln wolle, so Wyss.
Der langjährige Soreco-Mitarbeiter, der Kundendienst und Verkauf leitet, macht in einem kurzen Telefonat mit inside-channels.ch eine gewagte Aussage: "Heute werden wir als Lieferant einer Finanzbuchhaltungs-Software angesehen. Doch das allein ist nicht die Zukunft. Bereits heute bieten wir Portale und Prozesslösungen. Die Rolle der Controller verändert sich und sie brauchen Lösungen, die mehr und andere Daten auswerten. In diese Richtung gehen wir. Wenn Soreco nur eine Buchhaltungssoftware anbietet, würde es tatsächlich schwierig werden." (Christoph Hugenschmidt)
Lesen Sie auch unseren Kommentar "Filetierung einer Softwarefirma".

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