Special-bid-Skandal erreicht HP Deutschland

2. November 2005, 16:47
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Hickhack zwischen angezeigten Resellern und HP Schweiz hält unterdessen an.

Hickhack zwischen angezeigten Resellern und HP Schweiz hält unterdessen an.
Noch dieses Frühjahr haben unsere Kollegen von den deutschen Channel-Zeitschriften 'ComputerPartner' und 'Computer Reseller News' nicht schlecht gestaunt. Wir enthüllten im April, dass bei HP interne Untersuchungen gegen Mitarbeitende wegen systematischem Missbrauch von Spezialpreisen für Grossprojekte geführt wurden. Im Juni dann gab HP bekannt, man prüfe "rechtliche Schritte" gegen ehemalige Mitarbeitende. Zudem sind Strafanzeigen von HP gegen drei Schweizer Reseller hängig. Ein Redaktor von 'ComputerPartner' fragte uns damals ganz ungläubig, ob es in der Schweiz tatsächlich Korruption geben könne.
Nun haben die Aufräumarbeiten aber auch HP Deutschland erreicht, wie 'Computer Reseller News' heute berichtet. Mitarbeitende von Systemhäusern und Distributoren stünden unter Verdacht, an "Projektbetrügereien" beteiligt gewesen zu sein, so die Zeitschrift heute in der Online-Ausgabe.
Im Visier der Juristen stünden ein Systemhaus (VAR), mehrere Mitarbeitende von Distis und selbst HP-Mitarbeitende - dieses Bild kennen wir doch. Actebis räumte gegenüber der Zeitschrift ein, dass man Unregelmässigkeiten festgestellt habe, in die möglicherweise Actebis-Mitarbeitende verwickelt seien.
"Sendet Beweise gegen HP"
Unterdessen schwelt auch die Affäre um den Missbrauch von Spezialpreisen ("Special Bids") in der Schweiz weiter. Bekanntlich wurden drei (uns bekannte) Reseller von HP Schweiz mit Strafanzeigen eingedeckt. Das Verfahren ist immer noch hängig, ob es zu einem Prozess kommen wird, weiss man noch nicht.
Mindestens einer dieser Reseller scheint nun auf der Suche nach Beweisen zu sein, mit denen er belegen will, dass die Initiative zum Missbrauch von HP (Compaq) selbst ausging. Er hat E-Mails an ihm bekannte VARs und Reseller gesandt, in denen er sie um solche Beweise bittet.
Das System, das in der Vergangenheit offensichtlich auch bei HP (Compaq) Deutschland praktiziert worden war, war einfach. Man holte bei der Firmenzentrale Spezialpreise für umkämpfte Grossprojekte, verkaufte die so erworbenen, sehr günstigen Maschinen dann aber nicht an den angegebenen Grosskunden sondern über andere Kanäle (und mit besseren Margen). HP scheint fest entschlossen mit solchen Praktiken weltweit aufzuräumen - unser Exklusiv-Interview mit HP-Schweiz-Chef Urs Fischer diesbezüglich ist immer noch lesenswert. (Christoph Hugenschmidt)

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