Spielentwickler Epic Games rebelliert gegen Apple

14. August 2020, 09:23
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Die Macher des populären Online-Spiels "Fortnite" gehen gegen die Bezahlregeln im App Store vor und reichen Klage gegen Apple ein.

Die Entwicklerfirma Epic Games führte für Nutzer des Spiels "Fortnite" auf iPhone und iPad am 13. August 2020 die Möglichkeit ein, Inhalte in Umgehung von Apples System der In-App-Käufe günstiger zu erwerben. Damit fordert Epic den Tech-Konzern heraus. Die Reaktion kam prompt: "Fortnite" verschwand aus dem App-Store für Apples Mobil-Geräte. Epic konterte umgehend mit einer Klage.
Bei dem Streit geht es im Kern um die 30% des Verkaufspreises, die Apple bei In-App-Käufen einbehält. Schon seit einiger Zeit gibt es Kritik an der Höhe der Abgabe – und auch daran, dass die Entwickler bei In-App-Käufen keine alternativen Bezahlwege anbieten dürfen. Der Musikdienst Spotify reichte deswegen bereits Beschwerde bei den Wettbewerbshütern der EU-Kommission ein.

"Fortnite"-Nutzer sollen Apple unter Druck setzen

Epic wird mit dem Vorstoss vom Donnerstag nun aber zum Wortführer einer regelrechten Rebellion gegen die App-Store-Regeln. Die Firma liess ihre Nutzer, wissen, dass ihnen – selbst wenn sie die App schon auf ihren Geräten haben – neue Inhalte von "Fortnite" verwehrt blieben. Epic rief die Kunden zudem dazu auf, sich beim Apple-Konzern mit dem Hashtag #FreeFortnite zu beschweren.
Apple verwies darauf, dass Epic gegen die App-Store-Regeln verstossen habe. "Sie gelten gleichermassen für jeden Entwickler und dienen dazu, den Store sicher für unsere Nutzer zu halten." Epic habe die neue Funktion mit der Absicht eingeführt, die Richtlinien zu verletzen. Apple verweist stets darauf, dass mit der Vorgabe, die In-App-Käufe über das System der Plattform abwickeln zu müssen, die Kunden vor Betrug geschützt würden. Zugleich ist es aber einigen Abo-Diensten wie etwa Netflix erlaubt, Verträge mit Nutzern auf ihren eigenen Websites abzuschliessen. Diese Nutzer können sich dann auf ihren iPhones und iPads einloggen – und für die Anbieter wird keine Abgabe an Apple fällig.

Auch Klage gegen Google eingereicht

Epic scheint sich auf die Provokation gut vorbereitet zu haben: Mit Start der Kampagne unter den "Fortnite"-Nutzern wurde auch eine 65-seitige Klage gegen Apple eingereicht: Darin heisst es, Apple habe ein rechtswidriges Monopol über die App-Verbreitung auf iOS, weil das Unternehmen jeden alternativen Weg zur App-Verbreitung verbiete. Der Hauptkritikpunkt bleibt jedoch, dass beim App Store eine finanzielle Beteiligung für Apple unausweichlich ist.
Nicht nur Apple hat auf die "Fortnite"-Provokation reagiert, auch Google hat das Spiel aus dem Play Store entfernt. Google teilte mit, dass "Fortnite" weiterhin für Android verfügbar sei, man es jedoch nicht weiter im Play Store anbieten könne, da es gegen die Richtlinien verstosse. Epic hat darauf auch mit einer Klage gegen Google reagiert. Dem Android-Hersteller wird vorgeworfen, dass er Druck auf Smartphone-Anbieter ausgeübt habe, damit diese den Epic Games Store nicht auf ihren Geräten vorinstallieren.
Beide Klagen wurde beim US-Bundesbezirksgericht für das Nördliche Kalifornien eingereicht. Mit "Fortnite" nahm Epic Games 2019 1,8 Milliarden US-Dollar ein.

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