SSD-Preise sinken, HDD-Preise steigen

16. November 2010, 06:53
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Aber der Abstand bleibt gross, gerade im Enterprise-Bereich

Aber der Abstand bleibt gross, gerade im Enterprise-Bereich.
Mit Vorstellung eines neuen 120-GB-Modells hat Intel jetzt angekündigt, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft die Preise für Solid State Drives (SSDs) zu senken. Die X25-M 120GB soll im 1000er-Pack 239 Dollar pro Stück kosten, der Preis für die Mainstream-SATA-SSD Intel X25-M mit 80 GB wurde bei einer Abnahmemenge von 1000 Stück auf 179 Dollar gesenkt. Intensiven PC-Nutzern oder Gamern verspricht Intel bei Wahl einer Flas-basierten SSD statt einer Festplatte eine um bis zu 56 Prozent gesteigerte Systemleistung.
Taiwans Hersteller A-Data hat den Preis seit Jahresmitte sukzessive um 10 bis 15 Prozent reduziert und hofft somit auf eine grössere Marktdurchdringung, wie 'Digitimes' berichtet. Demnach sind bei SDDs allgemein Preissenkungen zu beobachten, während die Preise für traditionelle Festplatten (HDDs) gegenwärtig sogar steigen, weil führende Hersteller wie Seagate, Western Digital, Toshiba and Hitachi GST ihre Kapazitäten heruntergefahren haben. Deshalb soll der Preis für HDDs mit 500 GB in jüngster Zeit um 4 bis 5 Prozent gesunken sein. Selbst im Consumer-Segment, in dem sich die von Intel genannten Produkte bewegen, sind SSDs allerdings immer noch rund 10 Mal teurer als HDDs. Da im NAND-Flash-Umfeld die Chiphersteller, darunter Micron, Intel, Samsung, Toshiba und Hynix, zur 20-Nanometer-Fertigung übergehen, sollen die SSD-Preise zum Jahresende noch einmal fallen, um den Weihnachtsmann gnädiger zu stimmen.
George Linardatos, General Manager für die DACH-Region bei Transcend in Hamburg, hält die Ankündigung von Preissenkungen teilweise für reines Marketing. Sein Unternehmen passe die Preise wöchentlich an, während Wettbewerber ihre mitunter länger halten, die Margen mitnähmen und dann mit einem Mal fallen lassen, um alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und mehr Nachfrage zu generieren. Ihm zufolge sinken die SSD-Preise kontinuierlich, seit Jahresbeginn zum Teil schon Unterschiede über 50 Prozent.
Im Enterprise-Segment sei der Preisverfall mit bis zu 20 Prozent seit Anfang 2010 weniger gravierend, zumal hier unabhängig von den Chippreisen auch noch andere Faktoren eine Rolle spielten. So kosteten die Controller teils das Fünffache, und da diese im Enterprise-Segment anders als bei Consumer-SSDs nicht beliebig oft ausgetauscht oder ersetzt werden dürfen, komme es hier mitunter zu einer Verknappung, weshalb die Festkörperspeicher für SAN- oder NAS-Lösungen im Preis auch steigen könnten, erklärt Linardatos. Ausserdem kommen im Enterprise-Segment nur Flash-Chips vom Typ SLC (Single Level Cell) in Frage, die weit teurer und knapper sind als solche vom Typ MLC (Multi Level Cell), wie sie bei vielen Consumer-Flash-Produkten zu finden sind.
Transcend selbst hat bisher zwar nur Consumer-SSDs im Portfolio. Das soll sich aber bald ändern: "Der Consumer-Markt bot sich an, um Erfahrungen zu sammeln. Nachdem sich das Enterprise-Segment etabliert hat, ist es für uns nun Zeit, im ersten Quartal 2011 auch dort einzusteigen", erklärt der operative DACH-Chef von Transcend.
Der Frankfurter SSD-Spezialist FrankfurtNet hat erst gestern bekannt gegeben, in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz die Master-Distributionsrechte für die Flash-Speicherprodukte von Violin Memory zu übernehmen. Dabei hat das Unternehmen auch Marktdaten zitiert, wonach sich der weltweite Umsatz mit Enterprise-SSDs zwischen 2009 und 2015 auf 4 Milliarden Dollar versiebzehnfachen soll. 8Klaus Hauptfleisch9

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