ST-Ericsson wird zerschlagen - auch Schweizer Jobs betroffen

18. März 2013, 14:19
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Das Joint Venture von Ericsson und STMicroelectronics wird aufgelöst. COO übernimmt die Leitung für die Abwicklung.

Das Joint Venture von Ericsson und STMicroelectronics wird aufgelöst. COO übernimmt die Leitung für die Abwicklung.
Der schwedische Telekomausrüster Ericsson und der französische Chiphersteller STMicroelectronics (ST) trennen sich von ihrem "Problemkind" ST-Ericsson. Das defizitäre Gemeinschaftsunternehmen soll aufgelöst werden. Um die Abwicklung des gescheiterten Gemeinschaftsunternehmen kümmert sich der bisherige COO Carlo Ferro, der dem zurückgetretenen ST-Ericsson-Chef Didier Lamouche folgt, wie Ericsson mitteilte.
Laut der Medienmitteilung wird Ericsson das Geschäft mit Modems für den neuen Mobilfunkstandard LTE übernehmen. Im Gegenzug nimmt ST den verbleibenden Teil der Produktpalette zu sich. Die Transfers an die Muttergesellschaften sollen bis Ende September abgeschlossen werden. Der Rest werde dichtgemacht. Von den rund 4'200 Mitarbeitenden werden rund 1'800 zu Ericsson wechseln und 950 zu ST. 1'600 Stellen werden gestrichen - davon 500 - 700 in Europa, die meisten in Schweden. Wie es auf Anfrage heisst, wird der Hauptsitz des Joint Ventures in Genf geschlossen. Ausserdem seien 40 bis 50 Stellen in der Westschweiz von der Schliessung betroffen.
ST-Ericsson baut Chips für den Mobilfunk und hat seit der Gründung 2009 Verluste in Höhe von 2,7 Milliarden US-Dollar angehäuft. Den Schweden kostet der Ausstieg aus dem gescheiterten Joint Venture angeblich knapp 400 Millionen Euro. Die Franzosen bezifferten ihre Sonderlasten auf bis zu 345 Millionen Euro.
Und noch eine Leiche
Ericsson löst damit bereits das zweite Gemeinschaftsunternehmen auf. Ende 2011 hatten sich die Schweden nach zehn Jahren aus dem darbenden Handyhersteller Sony-Ericsson zurückgezogen. Sony nahm den Schweden ihren Anteil für etwa eine Milliarde Euro ab. (lvb)

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