St. Gallen zieht Bilanz eines 5G-Versuchs

3. Juli 2020, 11:18
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Die Stadt und Swisscom untersuchten die Machbarkeit einer 5G-Versorgung auf Kleinzellenbasis. Und kommen nun zu unterschiedlichen Schlüssen.

In der St. Galler Innenstadt wurde eine 5G-Mobilfunkversorgung simuliert, die ausschliesslich auf Kleinzellen basiert. Die maximale Sendeleistung für Kleinzellen blieb dabei auf 6 Watt beschränkt.
Berechnungen ergaben, "dass für eine Netzabdeckung von 99,1 Prozent der Wohnbevölkerung im untersuchten Gebiet pro Mobilfunkbetreiber mindestens 166 Kleinzellen-Antennenstandorte erforderlich sind", heisst es in einer Mitteilung der Stadt St. Gallen. Bei herkömmlichen Makrozellen wären zwölf Standorte pro Betreiber notwendig.
Die exakte Platzierung dieser 6-Watt-Antennen habe sich als zentral erwiesen. Bei Reichweiten von wenigen Dutzend Metern schrumpfte die Netzabdeckung, wenn eine Antenne auch nur wenige Meter verschoben wurde.

Eine Lösung mit Kleinzellen ist teurer

Die hohe Anzahl Kleinzellen habe zur Folge, dass ein reines Mikrozellennetz im Aufbau und Betrieb signifikant mehr koste als der herkömmliche Ansatz. In der Analyse wird bei den Kosten von einem Faktor 2,8 bis 4,4 ausgegangen.
Die Swisscom sehe sich durch die Analyse bestätigt, an ihrer aktuellen Ausbaustrategie festzuhalten, heisst es in der Mitteilung. Eine hybride Netzstruktur mit Makrozellen zur Grundversorgung und Kleinzellen zur örtlichen Bereitstellung zusätzlicher Kapazität sei "state of the art". Reine Kleinzellennetze gebe es nirgends.

Stadt bevorzugt hybride Lösung

Die Stadt sieht sich hingegen in der Haltung bestätigt, "dass der Aussenraum möglichst durch Antennen im Freien versorgt werden soll". Innenräume könnten für eine drahtlose Grundversorgung weiterhin durch Makrozellen versorgt werden. Der Datentransfer in Innenräumen solle aber prioritär "über die kabelgebundene Infrastruktur" abgewickelt werden.
Insgesamt sieht die Stadt eine "hybride Netztopologie mit klarem Fokus auf Kleinzellen" als zielführende Lösung an. Ein solcher Ansatz verursache eine kleinere Strahlenbelastung als der konventionelle Ansatz. Geplant sind nun weitere Abklärungen.

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