Ex-CEO von Prime Computer will mit 40 Entwicklern die Welt erobern

20. August 2021, 10:29
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Das St. Galler Startup Apparranger will sein Buchungstool pushen: erst im DACH-Raum, dann in den USA. Microsoft unterstützt es dabei.

Die Ziele sind ambitioniert: Nichts Geringeres als ein Amazon für Dienstleistungen will das St. Galler Startup Apparranger nach eigenem Bekunden aufbauen. In langer Frist sollen User in der App sämtliche Dienstleistungen buchen können – vom Arzttermin über den Hotelaufenthalt bis zur Taxifahrt. Auch weitere Features wie eine Suche oder ein Messenger sollen angeboten werden.
Man habe nun wichtige Schritte in diese Richtung gemacht, heisst es in einer Mitteilung, die zum zweijährigen Jubiläum der Firma veröffentlicht wurde. Das Unternehmen zähle mittlerweile 50 Angestellte und habe die Plattform lanciert. 40 Mitarbeitende seien Entwickler, wie CEO Josip Sunic zu inside-channels.ch sagt. Die restlichen kümmern sich um Administration, Marketing und Geschäftsleitung.
Ab Herbst will das Unternehmen "explosionsartig" wachsen, wie es in der Mitteilung heisst, und vor allem im Gesundheitswesen Kunden gewinnen: Als erstes soll man Termine bei Ärzten, Masseuren und Physiotherapeutinnen buchen können. Die Anbieter der gebuchten Services sollen dem Startup pro Transaktion einen Franken bezahlen.
Für Kundengewinnung und Vertrieb werden Partner zuständig sein. Neben Berufsverbänden zählt Apparranger dafür auf IT-Dienstleister mit Fokus auf die Medizinbranche. Man habe mittlerweile ein Netzwerk von rund 60 Partnern aufgebaut, sagt Sunic.

Bereits das zweite Unternehmen des 31-jährigen CEOs

Sunic ist kein Unbekannter in der IT-Branche. Der 31-Jährige war über 8 Jahre CEO des St. Galler Assemblierers Prime Computer, den er mitgegründet hatte. 2019 verliess er das Unternehmen und gründete Apparranger. Die Jungfirma startet damals mit sieben Mitarbeitenden auf drei Vollzeitstellen.
An der kommenden Generalversammlung will Apparranger nun eine Kapitalerhöhung von 100'000 Franken auf 1 Million beschliessen und dafür Aktien ausgegeben. Auch wurde der Verwaltungsrat von zwei auf sechs Mitglieder erweitert. Neben Gründer Sunic und Andreas Müller wurden neu Julia Peyer, Markus Abderhalden, Conrad Weiss und Victor Kuonen dazu geholt.
Kuonen ist Partner der Clarus Capital Group, die die Aktien von Apparranger mittels Tracker-Zertifikat über die hauseigene Emissionsplattform anbietet. Mit der Kapitalerhöhung will das Startup ab Oktober in der Schweiz eine Marketingoffensive starten, bereits ab Neujahr sollen dann Deutschland und Österreich folgen. "Wir wollen ab 2023 auch in die USA expandieren", sagt Sunic.
Unterstützung für das ambitionierte Unterfangen erhalten Sunic und sein Team von Microsoft. Im Rahmen seiner Startup-Förderung stellt der Tech-Konzern die Infrastruktur für Apparranger zur Verfügung. Derzeit wird die App kostenlos in Azure gehostet, wie Sunic sagt. Zudem unterstütze Microsoft das Startup bei Bedarf in der Entwicklung und im Vertrieb.

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