Stadt Bern bekommt endlich eine E-Gov-Strategie

22. August 2013, 13:41
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Die Bundesstadt definiert vier "Leuchtturmprojekte". Open Government Data ist nicht Teil der Strategie.

Die Bundesstadt definiert vier "Leuchtturmprojekte". Open Government Data ist nicht Teil der Strategie.
Der Bund hat bereits seit 2007) gilt für die Jahre 2013 bis 2016.
Vier "Leuchtturmprojekte"
Die Strategie wurde von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung der Stadtkanzlei mit Unterstützung des E-Government-Instituts der Berner Fachhochschule erarbeitet. Die Realisierung von E-Government erfolge in der Stadt Bern künftig "strategisch ausgerichtet, koordiniert und pragmatisch in Schritten", teilt der Gemeinderat mit. Die dafür neu geschaffene Stelle eines E-Government-Programmleiters in der Stadtkanzlei soll für die notwendige Koordination sorgen. Diese Funktion hat bereits vor einigen Monaten Roland Brechbühl übernommen, der zuvor unter anderem beim Consulter Q_Perior und bei der Berner Kantonalbank gearbeitet hat.
In der Strategie werden vier "Leuchtturmprojekte" hoch priorisiert, die bis Ende 2015 realisiert werden sollen: die Bestellung und Bezahlung von Parkkarten, die Tarifberechnung und Ausstellung der Betreuungsgutscheine für Kindertagesstätten, die Meldung der Adressänderung, des Weg- und Zuzugs sowie die Anmeldung und Bewilligung von Veranstaltungen im öffentlichen Raum.
In einem ersten Schritt soll eine gemeinsam nutzbare Basisinfrastruktur umgesetzt werden, etwa zur Identifizierung und Authentisierung oder zur elektronischen Rechnungsstellung.
Open Government Data wird abgegrenzt
Ein aktuelles Thema für Verwaltungen ist zurzeit Open Government Data (OGD), also das Prinzip, dass nicht geheime oder personenbezogene Daten zugänglich und wiederverwendbar sein sollen. Der Berner Stadtschreiber Jürg Wichtermann sagt gegenüber inside-it.ch, dass sich die Stadt Bern intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Wie es in der E-Gov-Strategie aber heisst, wurde OGD "aufgrund der geringen Maturität von der E-Government-Strategie abgegrenzt." Trotzdem gibt es zwei Schnittstellen zum E-Government der Stadt Bern: Einerseits die Erweiterung des E-Government-Portals und des Internetauftritts der Stadt Bern in Richtung OGD-Portal. Andererseits die Einführung von Daten- und Metadatenstandards zur Gewährleistung der Wiederverwendbarkeit bereits erhobener Daten und der Sicherstellung des Lebenszyklus von Dokumenten bis hin zur Langzeitarchivierung.
Für den Berner Stadtrat Matthias Stürmer, ein Verfechter von OGD, geht dies zu wenig weit. "OGD muss Teil einer E-Government-Strategie sein. Alles andere macht keinen Sinn", so Stürmer zu inside-it.ch. (Maurizio Minetti)

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