Stadt München kauft Outlook-Alternative - aus der Schweiz

26. Februar 2014 um 17:04
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"Schweizer" Open-Source-Hersteller Kolab System gewinnt zusammen mit den Partnern den Auftrag, die Stadt München mit der Collaboration-Plattform Kolab auszurüsten. Hauptsitz der Unternehmensgruppe ist Küsnacht (ZH).

"Schweizer" Open-Source-Hersteller Kolab System gewinnt zusammen mit den Partnern den Auftrag, die Stadt München mit der Collaboration-Plattform Kolab auszurüsten. Hauptsitz der Unternehmensgruppe ist Küsnacht (ZH).
Die Stadt München hat sich für Kolab Enterprise als künftige Collaboration-Plattform entschieden. Der Auftrag für das Projekt "MigMak" war im Januar ausgeschrieben worden. Ausdrücklich hiess es in der Ausschreibung, dass in der künftigen Groupware nur Mail, Mailinglisten, Kalender, Ressourcenverwaltung, Aufgaben und Kontakte enthalten sein dürfe. Andere Funktionen sollten ausschaltbar sein.
Gewonnen hat Kolab Enterprise zusammen mit dem grossen Münchner IT-Dienstleister ESG Elektroniksystem- und Logistik als Generalunternehmer sowie die E-Learning-Firma Szeneris aus Bremen. Hersteller der Groupware ist Kolab Systems - mit Sitz in Küsnacht, Zürich.
Wer (und was) ist Kolab?
Kolab System ist in der Schweizer wenig bekannt. Die Firma ist Teil einer Unternehmensgruppe mit weltweit über 130 Mitarbeitenden, wie CEO Georg Greve in einer E-Mail an inside-it.ch schreibt. Bei Kolab selbst arbeiten aktuell elf Festangestellte sowie freie Mitarbeitende. Man wolle ausbauen und suche neue Räumlichkeiten in Zürich, so Greve.
Kolab System ist eine klassische Open-Source-Firma. Es gibt eine kostenlose Version der Collaboration-Lösung (MyKolab.com) sowie eine Enterprise-Version mit Wartungsgebühr, für die sich nun eben München entschieden hat.
Die Lösung selbst entstand ursprünglich aus einem Projekt des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI. Der Webclient baut auf Roundcube Webmail auf, ein Webmail-Client, der ursprünglich vom Berner Thomas Brüderli entwickelt worden ist. Der Webclient wird heute gemäss Greve von mehr als 500'000 Diensten genutzt, die jeweils wieder über 100'000 Nutzer haben können. Der Desktop-Client baut auf dem Mail-Client von KDE auf.
Kolab Systems gehört heute den Mitarbeitern sowie der schwedischen Firma KDAB, die unter anderem ein Büro in Berlin hat. Weiter sind eine Firma namens Intevation sowie der Schweizer Security-Spezialst Dreamlab beteiligt.
"Technisch, nicht politisch"
Greve betont, dass Kolab System den Münchner Grossauftrag nicht aus politischen, sondern aus technischen Gründen gewonnen hat. München ist bekanntlich ein Open-Source-Bastion. Die Stadt hat unlängst viele ihrer PC-Arbeitsplätze nach vielen Verzögerungen auf Linux migriert.
Open Source ist gemäss Greve keine Vorgabe gewesen, auch Microsoft hätte gewinnen können. Der Kolab Client werde ausserdem gleichberechtigt mit Thunderbird sowie Clients auf mobilen Geräten zum Einsatz kommen.
Kolab System argumentiert insbesonders auch mit Datensicherheit und dem Schweizer Recht. Dieses allerdings wird in Bezug auf Datensicherheit ausserhalb der Schweiz immer mehr zu einem Mythos. (hc)

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