Stadt Zürich angelt sich auch Julius Bär als RZ-Kunde

7. Dezember 2010, 16:52
  • e-government
  • stadt zürich
  • oiz
  • rechenzentrum
image

Nach der Bank Vontobel geht nun auch die Bank Julius Bär ins neue Rechenzentrum der OIZ der Stadt Zürich. Doch geht es wirklich um "Reserveflächen"?

Nach der Bank Vontobel geht nun auch die Bank Julius Bär ins neue Rechenzentrum der OIZ der Stadt Zürich. Doch geht es wirklich um "Reserveflächen"?
Die OIZ (Organisation und Informatik) der Stadt Zürich kann einen weiteren Erfolg verbuchen. Nach der Bank Vontobel entschieden. Julius Bär will per März 2012 IT-Infrastrukturen in einen separaten Bereich des städtischen Rechenzentrums verlagern.
Erst vor knapp zwei Wochen gab die OIZ bekannt, man habe mit der Bank Vontobel einen ersten externen Kunden für das neue, total etwa 100 Millionen Franken teure Rechenzentrum (ohne Land und IT-Einrichtungen für die Stadt) gewonnen.
"Reservefläche"?
Die Stadt Zürich konkurrenziert mit dem Rechenzentrum Albis und dem künftigen Backup-RZ im Hagenholz private Anbieter wie etwa IBM, Swisscom, Green, Interxion oder den deutschen RZ-Spezialisten e-Shelter, dessen riesiger Hightech-Neubau in Rümlang Mitte Jahr in Betrieb gehen wird. Begründet wird dies damit, dass die Stadt "Reserveflächen" in ihren beiden Rechenzentren brauche, die sie vermiete, bis sie allenfalls benötigt werden.
Doch genau diese Argumentation wird von Kennern der Materie kritisiert. Denn die Verträge für Housing-Dienstleistungen sind in Normalfall sehr langfristig - man spricht von 10 bis 15 Jahren. Dies weil der Ausbau (Stromversorgung ab Wand, Verkabelung, Schränke) der gemieteten Flächen sehr teuer ist (ca. 1500 Franken pro Quadratmeter) wozu Aufwand, Kosten und Risiken beim Umzug der IT-Infrastruktur kommen. Man kann davon ausgehen, dass sich auch Vontobel und Julius Bär mit einem langfristigen Vertrag abgesichert haben - die von ihnen gemieteten Flächen also nicht wirklich als "Reserveflächen" bezeichnet werden können, da die Stadt diese frühestens in 10 oder 15 Jahren haben könnte.
Vielmehr kann man davon ausgehen, dass die OIZ - betriebswirtschaftlich durchaus vernünftig - die zusätzlichen Flächen im RZ Albis und Hagenholz baut, um sie zu vermieten und somit die eigenen Kosten pro Quadratmeter tiefer zu halten. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Gemeinden wollen mit digitaler Kompetenz Bürgervertrauen schaffen

Der Schweizerische Gemeindeverband wünscht sich mehr Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen. Nur so könnten die Gemeinden smart und digital werden.

publiziert am 20.5.2022
image

EFK-Direktor kritisiert "IT-Beziehung" zwischen Bund und Kantonen

In ihrem Jahresbericht weist die Finanzkontrolle nochmals explizit auf die "unkontrollierte Entwicklung" der E-Gov-Portale hin. Auch andere IT-Projekte hat sie stark kritisiert.

publiziert am 20.5.2022
image

Verwaltungsverfahren beim Bund werden vereinfacht

Für digital eröffnete Verfügungen ist neu keine qualifizierte elektronische Signatur mehr notwendig. Eine komplizierte Geschichte, die aber vieles leichter macht.

publiziert am 19.5.2022
image

Berns Microsoft-365-Zug rollt

Die Stadt Bern zementiert den Microsoft-Kurs. Jetzt sind der Dienstleister für die MS-365-Einführung gewählt und die MS-365-Lizenzen für die Schulen gekauft worden.

publiziert am 18.5.2022