Stadt Zürich bindet Swisscom und Cisco an sich

5. Dezember 2014, 10:12
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Swisscom gilt neu als Standardlieferant von Cisco-Komponenten. Künftige Aufträge können freihändig vergeben werden.

Swisscom gilt neu als Standardlieferant von Cisco-Komponenten. Künftige Aufträge können freihändig vergeben werden.
Heute hat die Stadt Zürich einen Zuschlag an Swisscom im Umfang von 6,7 Millionen Franken publiziert. Swisscom wird damit Standardlieferant für die Beschaffung und Wartung von Cisco-Komponenten. Die Summe umfasst die Jahreskosten auf Basis eines Musterwarenkorbes - inklusive einer "Flatrate" für Wartung und Support.
Gemäss Ausschreibung ist es geplant, den Vertrag mit Swisscom mit einer erstmaligen Laufzeit von vier Jahren abzuschliessen. Er kann bei Ablauf dieser erstmaligen vier Jahre durch die Stadt jeweils um ein Jahr oder um mehrere Jahre, in der Summe jedoch maximal um weitere sechs Jahre, verlängert werden. Die 6,7 Millionen beziehen sich auf den Bedarf für ein Jahr.
Für Swisscom ist das ein lukrativer Deal, denn künftig muss die Stadt Zürich für den Bezug von Cisco-Komponenten nicht jedes Mal eine neue Ausschreibung durchführen. Wie es in der Ausschreibung vom vergangenen Juni heisst, wird für "nachfolgende, gleichartige Aufträge" das freihändige Verfahren angewendet.
Cisco ist im Netzwerk-Business Marktführer, Swisscom wiederum ist hierzulande der grösste und wichtigste Cisco-Partner. Dennoch gibt es vermehrt Alternativen zu den etablierten Playern. Cisco wird seit längerem von US-Mitbewerbern wie HP, aber auch von chinesischen Anbietern wie Huawei konkurrenziert. Swisscom hat mit Connectis oder Netcloud ebenfalls starke Mitbewerber. Connectis konnte sich kürzlich einen grossen Deal der Bundesverwaltung sichern.
Derweil wird auf Bundesebene seit Anfang Jahr verlangt, dass "kritische ICT-Infrastrukturen" wenn möglich nur von "inländisch beherrschten Unternehmen" geliefert werden sollen. Was genau kritisch und was unkritisch ist, definiert der Bundesrat aber nicht. Ausserdem ist es in vielen Belangen ein Ding der Unmöglichkeit, ausländische Komponenten auszuschliessen. (Maurizio Minetti)

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