Stadt Zürich mischt im RZ-Markt mit

7. September 2009, 14:06
image

Das Stadtzürcher Rechenzentrums-Projekt "Albis" gelangt zur Abstimmung. Von 1'800 Quadratmetern reiner RZ-Fläche sollen 900 untervermietet werden.

Heutige Server-Standorte der Stadt Zürich: Konsolidierung ist dringend.
Stimmberechtigte in der Stadt Zürich stimmen am 27. September über einen Objektkredit von total 139,4 Millionen Franken für den Bau eines neuen, zentralen Rechenzentrums für die städtische Informatik ab. Dass ein solches nötig ist, ist unbestritten, denn heute gibt es in der ganzen städtischen Verwaltung über 100 kleinere und grössere Server-Standorte. Zudem muss die Stadt das bisherige, gemietete Rechenzentrum spätestens 2013 / 2014 aufgeben, da der Vermieter den Vertrag gekündigt hat. So war die Vorlage im Gemeinderat der Stadt mit nur zwei Gegenstimmen aus einer Splittergruppe und 19 Enthaltungen fast unbestritten.
Zu einem späteren Zeitpunkt will die Stadt im Werk Hagenholz am anderen Stadtrand ein Backup-Rechenzentrum bauen.
Von den rund 140 Millionen Franken für den Kredit entfallen 26 Millionen auf Gebäude der ehemaligen Siemens Albis, die die Stadt bereits erworben hat, 98,8 Millionen auf Baukosten und 14,5 Millionen auf IT-Betriebseinrichtungen. Inklusive der Kapitalkosten wird das Rechenzentrum "Albis" die Stadt jährlich knapp 22 Millionen Franken kosten. Doch Zürich wird mit dem RZ auch Kosten reduzieren. So spart man alleine durch die Kündigung von bisherigen Standorten in gemieteten Gebäuden zwei Millionen Franken pro Jahr.
Und die Stadt wird den zur Zeit knappen Rechenzentrumsplatz an Dritte vermieten. Wie OIZ-Direktor ("Organisation und Informatik") Daniel Heinzmann auf Anfrage sagte, plant die Stadt eine RZ-Fläche von 1'800 Quadratmetern. Davon braucht Zürich sofort 600 Quadratmeter und behält 300 als Reserve. 900 Quadratmeter können also vermietet werden. Ein potentieller Kunde ist bereits gefunden, wie Heinzmann sagt, und ein "Letter of Intent" unterschrieben. Um welche Firma es sich bei dem Kunden handelt, konnte Heinzmann verständlicherweise nicht sagen. Klar ist aber, dass es sich nicht um eine Verwaltung, sondern um eine Privatfirma handelt. (Christoph Hugenschmidt)
(Grafik: Ausschnitt aus den Abstimmungsunterlagen der Stadt Zürich. Die blauen Punkte markieren heutige Serverstandorte der Stadt Zürich.)

Loading

Mehr zum Thema

image

Gemeinden wollen mit digitaler Kompetenz Bürgervertrauen schaffen

Der Schweizerische Gemeindeverband wünscht sich mehr Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen. Nur so könnten die Gemeinden smart und digital werden.

publiziert am 20.5.2022
image

EFK-Direktor kritisiert "IT-Beziehung" zwischen Bund und Kantonen

In ihrem Jahresbericht weist die Finanzkontrolle nochmals explizit auf die "unkontrollierte Entwicklung" der E-Gov-Portale hin. Auch andere IT-Projekte hat sie stark kritisiert.

publiziert am 20.5.2022
image

Verwaltungsverfahren beim Bund werden vereinfacht

Für digital eröffnete Verfügungen ist neu keine qualifizierte elektronische Signatur mehr notwendig. Eine komplizierte Geschichte, die aber vieles leichter macht.

publiziert am 19.5.2022
image

Berns Microsoft-365-Zug rollt

Die Stadt Bern zementiert den Microsoft-Kurs. Jetzt sind der Dienstleister für die MS-365-Einführung gewählt und die MS-365-Lizenzen für die Schulen gekauft worden.

publiziert am 18.5.2022